Kostenlos

Eventinformationen

Dieses Event teilen

Datum und Uhrzeit

Veranstaltungsort

Veranstaltungsort

St. Alban-Vorstadt 35

4052 Basel

Switzerland

Karte anzeigen

Beschreibung des Events

Beschreibung

Am Wochenende vom 26./27. Mai 2018 organisiert Domus Antiqua Helvetica im Rahmen des Kulturerbejahres 2018 die Veranstaltung «Offene Tore». Dabei werden geschützte und schützenswerte Privathäuser teilweise oder ganz für Besichtigungen geöffnet werden. Um kostenlos an einer der angebotenen Besichtigungen und Führungen teilnehmen zu können, müssen Sie sich hier registrieren und sich ein Ticket ausdrucken.

Rund 80 DAH-Mitglieder aus allen Landesteilen zeigen ihre Innenhöfe, Teile ihrer Privathäuser und ihre Gärten in kleineren Führungen und berichten dabei über ihre Erfahrungen als Eigentümer und Eigentümerinnen eines historischen Wohnhauses.


Beschreibung der Liegenschaft die Sie besichtigen können:

Das Haus zum Hohen Dolder und die Vorstadtgesellschaft

Ende 11. Jahrhundert gab es 2 wesentliche Ereignisse, welche Bischoff Burkhard von Fenis ausgelöst hat:

  • Es wurde die erste Stadtmauer mit Graben gebaut (Albangraben, Steinengraben, Claragraben). In der Folge entstanden 5 Vorstädte (St. Alban, St. Johann, Aeschen, Spalen, Steinen)
  • 1083 erfolgte die Gründung vom Kloster St. Alban, eine Ablage von Cluny. Das Kloster besass viel Land vom Aeschengraben bis an die Birs

Das Kloster vergab Land in Lehen (Lehenmatte):

  • Es wurde Korn angesät, es wurden Mühlen benötigt und Dalbe Dych ist entstanden
  • Müller gewannen an Einfluss
  • Sie benötigten Versammlungsraum und Trinkstube
  • Dafür wurde ihnen das Haus zum Esel unten bei der Gallicianmühle zur Verfügung gestellt (heute Papiermühlemuseum)

Der Einfluss vom Kloster nahm ab. Finanzielle Sorgen waren die Folge davon, weshalb das Kloster viele seiner Rechte verkaufte und damit einmalige Einnahmen generierte. 1356 grosses Erdbeben von Basel. Es folgte der Entscheid, eine neue, weiter aussen gelegene Ringmauer zu bauen. Gebaut wurde über Jahrzehnte, Bauende war kurz vor Ende des 14. Jahrhunderts. Die Vorstädte waren nun eingeschlossen.

1489 verfügte der Basler Rat, dass sich die Bewohner dieser Vorstädte zusammenschliessen müssen (Korporationen). Es war dies die Geburtsstunde der 5 Vorstadtgesellschaften:

  • St.Alban: Zum Hohen Dolder
  • Aeschen: Rupf
  • Steinen: Zu den drei Eidgenossen
  • Spalen: Zur Krähe
  • St.Johann: Zur Mägd

Der damalige Standort der Vorstadtgesellschaft war im Lindenturm, unten am Mühlenberg. Diese Lokalität ist jedoch 1492 abgebrannt. Ein Desaster, welches schlussendlich zum Glücksfall mutierte.

1494 übersiedelte die Gesellschaft als Mieter in das heutige Gesellschaftshaus St. Alban-Vorstadt 35. Es waren 2 Häuser aus dem 14. Jahrhundert, bestehend aus 3 Geschossen und einem auffallend hohen Dach.

Damalige Aufgaben waren:

  • Beaufsichtigung der Brunnen
  • Feuerschau und Kaminkontrolle
  • Wach- und Wehrdienst gegen Feuer und Feind
  • Organisation vom Weidegang

Die Häuser gehörten dem Kloster St. Alban. Vorgängiger Nutzer der Häuser war ein gewisser Johannes zum Tolden. Der gab dem Haus auch den Namen. Sein Nutzungsrecht bezahlte er durch Abgabe von Bargeld und Naturalien. Dies aber zunehmend mit Unterbrüchen bis zum Totalausfall.

1459 verkaufte das Kloster die Liegenschaft dem Ritter Konrad von Ramstein. Der wiederum konnte seine Zinsen nicht bezahlen, sodass er froh war, dass der damalige Mieter, eben die Vorstadtgesellschaft zum Hohen Dolder, das Haus erwarb. Dies geschah 1503 (siehe Schrift auf Säule) mit einem Kaufpreis von bescheidenen 80 Pfund.

Ab 1597 übernahmen die Vorstadtgesellschaften die Rechtsprechung über Schmäh und Schlaghandel im Quartier. Die Gerichtssitzungen fanden jeweils in den Gesellschaftsstuben statt.

Während der helvetischen Republik Staatsumwälzung um 1798 erfolgte die

  • Entmachtung der Vorstadtgesellschaften
  • damit gab es keine Einnahme mehr
  • der Zustand vom Haus verschlechterte sich
  • und deshalb musste das Zinn und Silber verkauft werden

Das Haus hat eine dynamische Geschichte mit sehr verschiedenen Nutzungsarten erlebt. Die Gesellschaft musste Ertrag generieren, was durch die Vermietung einzelner Räume geschah.

  • das Erdgeschoss wurde einst als Kornlager für das Spital gebraucht
  • die französischen Besatzungstruppen benutzten 1798/99 das Haus als Kantonnement
  • im Hinterhaus wurde 1807 eine Brauerei eingerichtet, welche leider nur 10 Jahre funktionierte
  • 1850 mietete ein Frauenverein das Haus
  • in der grossen Stube wurde zwischenzeitlich auch eine Nähschule eingerichtet
  • danach eine Kleinkinderschule fürs St. Alban-Quartier
  • oder das Haus diente auch als Magazin für die Brandbekämpfung im Quartier

Bei einer umfassenden Gebäudesanierung von 1545 bis 1547 hatte der damalige Vorstadtmeister Harder dem Schaffhauser Maximilian Wischak den Auftrag für 3 Wandfreskos erteilt.

Dieser hatte sich der Sage über den Wilhelm Tell von Schiller angenommen und die patriotischen Szenen mit Tellsprung, Rütlischwur und Apfelschuss gemalt.

Irgendwann wurden diese Wandfresken mit Gips übertüncht und vergessen. Sie waren somit nicht mehr sichtbar, dafür aber bestens geschützt. Gefunden wurden sie erst viele Jahre später bei einer erneuten Sanierung um 1935.

Die Vorstadtgesellschaft ist stolz, dass sich in ihrem Haus eine der ältesten Telldarstellung der Schweiz befindet.

Das Gesellschaftshaus dient weiterhin der Gesellschaft. Der Hof mit Pfalz und die Gesellschaftsstube mit Office kann gemietet werden. Der Ertrag der Miete geht vollumfänglich in den Gebäudeunterhalt, welcher bei einem 650 Jahre alten Haus doch sehr beachtlich ist.

Führung Vormittag durch Franz Christ, Statthalter

Führung Nachmittag durch Hans R. Burckhardt, Banenerherr


Unentgeltliches Zusatzangebot für Besucherinnen und Besucher der «Offenen Tore» in Basel

Am Samstag, 26. Mai, über Mittag – sind Sie herzlich zu einem Vortrag mit anschliessendem Apéritif eingeladen: Domus Antiqua Basel-Stadt organisiert in Zusammenarbeit mit der Stiftung Ferien im Baudenkmal einen Informationsanlass über die vielfältigen Tätigkeiten der Stiftung Ferien im Baudenkmal des Schweizer Heimatschutz.

Wieso nicht einmal die Ferien in einem historischen Wohnhaus verbringen? Die Stiftung Ferien im Baudenkmal restauriert geeignete Baudenkmäler und richtet sie zu stilvollen Ferienwohnungen her, die von jedermann gebucht werden können. Kerstin Camenisch, Geschäftsführerin der Stiftung Ferien im Baudenkmal, informiert in ihrem Vortrag über dieses interessante und denkmalpflegerisch wertvolle Projekt. Anwesende Mitglieder des Stiftungsrats - Beat Schwabe (Präsident), Andreas Cueni, Catherine Gschwind, Julie Schär (alle Basel) – beantworten Fragen.

Der Anlass findet von 12.15 h bis 13.45 h in der Basler Papiermühle, St. Alban-Tal 37, Basel, statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Auskünfte erhalten Sie über 079 286 43 87.


FAQ’s

Wie komme ich zu einem kostenlosen Ticket?

Sie müssen sich registrieren, Datum und Uhrzeit der gewünschten Führung auswählen und auf Ihrem Drucker das Ticket ausdrucken. Pro Bestellung sind maximal 5 Tickets buchbar.

Muss ich das ausgedruckte Ticket mitbringen / sind die Tickets übertragbar?

Die Führungen finden in einer privaten Liegenschaft statt. Entsprechend ist es ein Anliegen des Vereins Domus Antiqua Helvetica, dass die Hausbesitzer eine aktuelle Gästeliste erhalten. Tickets sind somit nicht übertragbar und müssen mitgebracht werden.

Haben Sie Fragen zu Ihrer Buchung?

Bitte melden Sie sich beim Sekretariat von Domus Antiqua Helvetica unter Telefon 081 534 59 97 oder sekretariat@domusantiqua.ch .










Mit Freunden teilen

Datum und Uhrzeit

Veranstaltungsort

St. Alban-Vorstadt 35

4052 Basel

Switzerland

Karte anzeigen

Dieses Event speichern

Event gespeichert