The Holy Bitch Project

The Holy Bitch Project

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Ab 11,75 €

Datum und Uhrzeit

Veranstaltungsort

tak Theater Aufbau Kreuzberg

Prinzenstraße 85 F

10969 Berlin

Germany

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Christiane Mudra untersucht in The Holy Bitch Project Dynamiken von analoger und digitaler Gewalt gegen Frauen.

Zu diesem Event

"The Holy Bitch Project ist ein aufrüttelndes Theatermeisterwerk." (Süddeutsche Zeitung)

Christiane Mudra untersucht in The Holy Bitch Project anhand von Gesprächen mit betroffenen Frauen und Expert*innen Dynamiken von analoger und digitaler Gewalt gegen Frauen in Deutschland sowie ihren kulturellen wie gesellschaftlichen Nährboden. In Anlehnung an den Film Matrix (1999) schlucken die Zuschauer*innen wie der Filmheld Neo die rote Pille Das Publikum folgt den Performer*innen in ein Labyrinth aus szenischen Fragmenten, binauralem Sound, dokumentarischen Videos und 3D Animationen, in dem häusliche, sexualisierte und digitale Gewalt bis hin zum frauenfeindlichen Terror der sog. „Incels“ erfahrbar werden. Da die „Manosphere" und die sog. „Incels“ die Filmmotive zur Verbreitung misogyner Verschwörungserzählungen nutzen, macht sich The Holy Bitch Project die Matrix-Welt bewusst zu eigen und etabliert ein feministisches Gegennarrativ.

Altersempfehlung ab 18

Triggerwarnung: Der Abend thematisiert häusliche, sexualisierte und digitale Gewalt, was belastend und retraumatisierend wirken kann.

The Holy Bitch Project: Bild

Im November 2019 wurde eine 28jährige Berlinerin von ihrem Partner erstochen, weil sie sich trennen wollte. Die Justiz stuft die Tat wie in vielen ähnlichen Fällen als Totschlag ein, denn der Bundesgerichtshof hatte 2008 geurteilt, der niedere Beweggrund als Mordmerkmal sei anzuzweifeln, wenn „die Trennung von dem Tatopfer ausgeht und der Angeklagte sich durch die Tat dessen beraubt, was er eigentlich nicht verlieren will“. Ende September 2019 urteilte das Landgericht Berlin, dass die Bezeichnung „Drecks-Fotze“ für die Bundestagsabgeordnete Renate Künast keine strafbare Beleidigung sei. Diese Gerichtsurteile zeigen exemplarisch, mit welchen Wertesystemen Frauen nach wie vor konfrontiert sind.


Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Die Zahl der Tötungsversuche ist dreimal so hoch. 2019 wurden fast 115.000 Frauen Opfer häuslicher Gewalt. Während der Pandemie nahmen die Taten weiter zu.


Nur eine von hundert vergewaltigten Frauen in Deutschland erlebt die Verurteilung des Täters. Nachdem der Bundesgerichtshof noch 1966 „Opferbereitschaft“ beim ehelichen Geschlechtsverkehr gefordert hatte, wurde die Vergewaltigung in der Ehe erst 1997 verboten. Die MeToo-Debatte hat erstmals eine breite Sensibilisierung für sexualisierte Gewalt bewirkt. Echte Konsequenzen sind jedoch ausgeblieben. 



Auch online werden Politikerinnen, Journalistinnen oder Aktivistinnen mit Mord- und Vergewaltigungsdrohungen bombardiert. Im Bereich des Stalkings oder der Überwachung der eigenen Partnerin bietet die Digitalisierung hoch invasives Werkzeug wie das Auslesen von Mobilgeräten durch Spy Apps, die den Psychoterror perfektionieren. Die Phänomene sind nicht neu. Doch digitale Mittel spitzen sie zu.

The Holy Bitch Project: Bild

Konzept, Recherche, Text und Regie: Christiane Mudra | Mit: Meriam Abbas, Jane Chirwa, Sebastian Gerasch, Edith Konrath, Mathias Kopetzki, Corinna Ruba | Ausstattung: Julia Kopa | 3D Sound Design: Martin Rieger | Video: Kevin Fuchs | CGI/VFX: Yavuz Narin | Licht Design und Technische Leitung: Peer Quednau | Grafik: Jara López Ballonga | Mitarbeit Recherche: Silvia Bauer | Regieassistenz: Carolin Pfänder | Produktion: ehrliche arbeit- freies Kulturbüro | PR: Kathrin Schäfer KulturPR.

Gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München und vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.

investigative

steht für journalistische Langzeitrecherche, die sich im Unterschied zum dokumentarischen Theater vor allem auf Originalquellen stützt und auch unbekannte Fakten aufdeckt.

theater

spielt die Recherchen gezielt in unterschiedlichen Formaten wie Performance im Stadtraum, Hörspiel, Podcast, Film, 360°-Live-Video, Installation, Vortrag und Publikation aus. investigative theater experimentiert mit digitalen Tools wie (Web-)Apps, XR, AI, 3D Sound u.a. und sucht die Interaktion mit dem Publikum.

https://investigativetheater.com/about/

Fotos von Verena Kathrein

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