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hw20c_#2 RADIKALE MINIMALISTEN - Konzertreihe von hand werk_gute musik

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Datum und Uhrzeit

Veranstaltungsort

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Alte Feuerwache Köln

Melchiorstraße 3

50670 Köln

Germany

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Beschreibung des Events
RADIKALE MINIMALISTEN in Musik & Medien Kunst - ein exquisites Konzert für bis zu 15 Besucher*innen....

Zu diesem Event

Einlass ab 20:30 h nur in Kleinstgruppen

Konzertreihe von hand werk_gute musik

hw20c_#2 RADIKALE MINIMALISTEN

  • Morton Feldman: Patterns in a Chromatic Field (1981) pno, vc 70’
  • Anton Webern: Drei kleine Stücke op. 11 (1914) pno, vc 2’
  • Claudia Chan: Klavier
  • Niklas Seidl: Cello
  • Bühne & Videoinstallation Paulette Penje, Berlin - Muster in einem chromatischen Feld in three pieces (AT)

Die Zuhörer*innen sind eingeladen, es sich vor der Aufführung auf eigenen mitgebrachten Liegemöglichkeiten bequem zu machen - so lassen sich Konzert und Deckenprojektionen entspannt genießen.

Unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften und Auflagen des Landes NRW: Mund-Nasen-Bedeckung nicht vergessen!

Bitte planen Sie genug Zeit ein für ihre Anreise, Nacheinlass ausgeschlossen. Datenschutzhinweis: alle Kontaktdaten werden 4 Wochen nach dem Konzert geschreddert.

Und nun zum informativen Teil dieser Konzertankündigung:

Das Konzert findet in einer Installation von Paulette Penje, bildende Künstlerin aus Berlin, statt. Muster in einem chromatischen Feld in three pieces (AT) ist ein Experimentalfilm über kaum sichtbare Form-Farbveränderungen, vom 18.11.2018 bis heute, eine dreifach Decken-Videoprojektion aus großen einfarbigen Flächen und besonderen Farben (bleu-morant). Diese Herangehensweise ist mit der Musik Feldmans durch ihre Strenge, Monumentalität und Feinheit verwandt. Paulette Penje lässt sich von der Musik inspirieren, führt die Musik ins Visuelle fort, Feldman lies sich von der Malerei der Abstrakten Impressionisten, wie Mark Rothko, sowie den Webtechnik-Mustern anatolischer Teppichknüpfer (Yürüks) inspirieren.

Patterns in a Chromatic Field für Cello und Klavier ist eines von Morton Feldmans späten Werken (1981). Wunderbares, das Ihre Ohren für das „Vergehen“ des Klangs in der Zeit öffnet.

Sounds like Mark Rothko betitelte Richard Williams seinen Artikel über Morton Feldmann in The Guardian, am 1.Feb 2002. Ähnlich wie Rothkos Bildsprache die komplette Leinwand einnimmt, soll Feldmans Komposition den gesamten Raum durchdringen. Immer wieder neue instrumentale Nuancen, ein musikalisches Gewebe aus Klangfarben, inspiriert von Strukturen, Herstellungsweisen und Farben, die Feldman in handgeknüpften Teppichen anatolischer Nomadenvölker fand. Man kann seiner Musik begegnen, sich ihr aussetzen, sich hineinversenken – so wie ein Bild lang betrachtet werden kann. Man kann sich aber auch entfernen, und wenn man sich wieder nähert, ist die Musik unverändert präsent. In überwiegend langsamen und leisen Stücken entfaltet Feldman statische, subtil bewegte Klanggebilde in langen Kompositionen, die sich aus einer Vielzahl von kleinen, geschlossenen Feldern gleichenden Einheiten zusammensetzen, die kaum hörbar variiert, auf unvorhersehbare Weise wiederholt werden. Feldman selbst bezeichnete seine Musik als eine Kunst „zwischen Zeit und Raum, zwischen Malerei und Musik“. Entscheidend für die Wirkung von Feldmans Klangwelt ist die Dauer seiner Stücke.

Im Kontrast zu dem langen Stück von Feldmann stehen Kürze und radikale Verdichtung der instrumentalen Miniaturen von

Anton Webern: Drei kleine Stücke op. 11 (1914/ UA 1924) 2’ für Violoncello und Klavier In drei Sätzen: 1. Mäßige Achtel - 2. Sehr bewegt - 3. Äußerst ruhig

Die „kompositorische Enthaltsamkeit“ von Anton Webern, einem Schönberg Schüler, ist radikal minimalistisch.

Muster in einem chromatischen Feld in three pieces (AT) von Paulette Penje ist ein Experimentalfilm über die kaum sichtbare Farb-Formveränderung, den skulpturalen Prozess im Alltag - seit dem 18.11.2018 bis heute wird weiter gefilmt – Zeit ist nicht sichtbar. Die Bilder sind monochrome farbige Flächen. Der Schnitt erst macht die Formveränderung zwischen den verschiedenen Blautönen sichtbar. Die scheinbare Wiederholung der Bilder und das Monotone lassen eine Illusion zu, dass da was ist!

Claudia Chan Klavier : Aufgrund einer umfassenden Tätigkeit im Bereich zeitgenössischer Musik betitelte der Ottawa Citizen die kanadische Pianistin Claudia Chan als „Botschafterin für Neue Musik“. Bereits mit 20 Jahren gewann sie im Jahr 2010 den 1. Preis beim nationale Wettbewerb für neue Musik den “33. Eckhardt Gramatte Competition for Contemporary Performance” in Kanada. Sie ist seit 2014 Gründungsmitglied von BRuCH, einem Quartett für Neue Kammermusik in Köln. Chan studierte an der Glenn Gould School of the Royal Conservatory (Toronto) bei Prof. John Perry und Prof. David Louie. Nach Abschluss ihres Bachelorstudiums in Kanada wechselte sie an die Hochschule für Musik und Tanz Köln. Studierte bei Prof. Florence Millet und Prof. Pierre-Laurent Aimard. Seit Oktober 2018 unterrichtet Claudia als Dozentin für Klavier an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. www.claudiachan.ca

Niklas Seidl Cello : Niklas ist Gründungsmitglied von hand werk und leise dröhung und spielt zudem im ensemble mosaik, ensemble chromoson und dem ensemble aisthesis. Als Komponist tätig u.a. bei Wien Modern, Acht Brücken, Lucerne Festival, Schloss Solitude, Deutschlandfunk, Festival Zukunftsmusik, sowie mit den Ensembles SurPlus, Thürmchen, IEMA, Garage, Schlagquartett Köln, exaudi London, Oh-Ton, MAM und der musikFabrik. Preise/Stipendien: Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium 2012, Staubach-Honoraria Darmstadt, 1. Preis beim Ensemblia-Wettbewerb Mönchengladbach, Schreyahn, Kunststiftung NRW in Istanbul. www.niklas-seidl.eu

Paulette Penje (*1984) ist Video- und Performancekünstlerin. Sie arbeitet mit zeitbasierten Medien und Improvisation; sie beschäftigt sich mit skulpturalen, malerischen und poetischen Prozessen: Ihre Arbeiten sind eine Übertreibung des Daseins! 2008-2014 studierte sie Bildhauerei/Public Art an der Hochschule für Bildende Künste in Saarbrücken und wurde zur Meisterschülerin von Prof. Georg Winter ernannt. 2015/16 Studium an der New York School of Visual Arts (SVA) bei Alix Pearlstein, Leigh Ledare und Laurel Nakadate. 2017 wurde sie von der Akademie der Künste Berlin mit dem Saarland-Stipendium ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet in Berlin. www.paulettepenje.com

hand werk, das junge Ensemble aus Köln, das sich seit seiner Gründung 2011 mit undirigierter Kammermusik auseinandersetzt, hat bereits international Konzertsäle und Festivals bespielt und sich dabei weiterhin seine Neugier und Offenheit bewahrt. Diesmal hand werk als Duo, genauso beeindruckend, und besonders im Zusammenspiel mit der Künstlerin Paulette Penje.

Die Konzertreihe von hand werk bietet vielfältige Möglichkeiten sich mit zeitgenössischer Musik im interdisziplinären Kontext zu beschäftigen. Inhaltlich wird eine breite Vielfalt gezeigt, die zum Profil von hand werk passt.

Weitere Konzerte 2020 stellen unterschiedliche Lehrtraditionen („Schulen“) vor. Werke aus den Klassen N.A. Huber, Essen; Mathias Spahlinger, Freiburg; Chaya Czernowyn, Harvard; und Kölns (diverse Generationen) bieten die Grundlage für Konzertprogramme, welche die Vielfalt der jeweiligen Szene ausschnitthaft vorstellt. Bis in die 90er Jahre hinein waren die Unterschiede zwischen den verschiedenen Kompositionsschulen sowohl in ästhetischer als auch in ideologischer Hinsicht extrem und identitätsstiftend. Die Konzerte „hand werk mit Blick“, „radikale Minimalisten“ und „Silent concert“ bieten unterschiedlichste Ansätze, Musik zu inszenieren. Ein Konzert mit Daniel Gloger (Countertenor) und ein musikalischer Ausflug nach Mexiko (MÚSICA ERUDITA) runden diese vielseitige Konzertreihe 2018-2021 ab.

Vorschau Konzertreihe von hand werk_gute musik 2020:

  • hw20c_#3 KLASSE SPAHLINGER / 18.10 > Alte Feuerwache Köln
  • hw20c_#4 FROM HARVARD WITH LOVE / 8.12. > Alte Feuerwache Köln
  • 2021 > hw21c_#1 GUTE MUSIK 3
  • hw21c_#2 KLASSE HUBER
  • hw21c_#3 MÚSICA ERUDITA
  • hw21c_#4 SILENT CONCERT

http://ensemble-handwerk.eu

Dank den Förderern: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturamt der Stadt Köln, Ernst von Siemens Musikstiftung und De la Motte Musikstiftung.

Öffentlichkeitsarbeit hand werk: Georg Dietzler

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Alte Feuerwache Köln

Melchiorstraße 3

50670 Köln

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