Das richtige Leben im falschen

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Das richtige Leben im falschen

Zwischen der persönlichen Überlastung und der Erdüberlastung gibt es einen engen Zusammenhang...

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stratum lounge Boxhagener Str. 16 stratum lounge 10245 Berlin Germany

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Wegbeschreibung

Zu diesem Event

Unbestritten ist heute, dass unser Wohlstand nicht nur einen ökonomischen Preis hat, sondern auch einen ökologischen und sozialen. Thorsten Nieuwenhuizen geht noch weiter, indem er behauptet, dass wir auch einen physiologischen und psychologischen Preis dafür bezahlen. Und diesen Preis bezahlen wir direkt, in unserem eigenen Leben: „Wir internalisieren den Raubbau in nicht unerheblichem Ausmaß auch zu Lasten unserer eigenen Gesundheit“, schreibt der Autor des Buches „Vom EGO zum ECO. Vom Fußabdruck zum Herzabdruck“.

Für den Wirtschaftsmathematiker und Manager in der Logistikbranche ist dieses Buch so etwas wie die Halbzeitbilanz seines Lebens, das ihm auch bereits einen beruflich bedingten Burnout beschert hat. Zwischen der persönlichen Überlastung und der Erdüberlastung sieht er einen engen Zusammenhang: „Was sich betriebswirtschaftlich als Wertschöpfungskette liest, entpuppt sich volkswirtschaftlich als Natur- und Menscherschöpfung, als nicht zukunftsgerechte Wertzerstörungskette.“

Dem Fortschrittsoptimismus des „Green Growth“ erteilt Nieuwenhuizen eine Absage. Auch in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen stecke der Irrtum, Wirtschaftswachstum und Klimaschutz seien miteinander vereinbar: „Das SDG 8 zum Wirtschaftswachstum konterkariert das SDG 13 zum Klimaschutz. Beides gleichzeitig wird nicht funktionieren. Der Traum vom Grünen Wachstum bleibt ein reines Wunschdenken, da sich der Ressourcenverbrauch und damit die Umweltbelastung aufgrund des Rebound-Effekts ohne einen Pfad- und Musterwechsel nicht entkoppeln lassen.“

Nur durch eine „deutliche Reduktion unseres Verbrauchs und Konsums“ werde es möglich sein, das Leben auf unserem Planeten für alle nachhaltig zu gestalten, stellt der Autor fest. Aber verträgt sich dieser Lösungsweg mit den menschlichen Bedürfnissen? Um diese zentrale Frage kreist das Buch.

Antworten findet Nieuwenhuizen u.a. in der humanistischen Psychologie. Eindringlich stellt er dar, dass die berühmte Bedürfnispyramide von Abraham Maslow gar nicht in der egozentrischen „Selbstverwirklichung“ ende, sondern eigentlich als Sinnverwirklichung und Selbsttranszendenz gemeint war – was Maslow kurz vor seinem Tod im Austausch mit Viktor Frankl stark beschäftigt hat. In diesem Konzept findet der Autor nun auch die Lösung unseres Wachstumsproblems, nämlich den persönlichen Weg vom materialistischen Haben-Wollen zum natur- und menschenverträglichen Sein-Wollen. Einen Weg, den jede und jeder für sich einschlagen könne. Insofern gäbe es durchaus die Möglichkeit für ein „richtiges Leben im falschen“: „Wie wir unsere Tage verleben, so wird unser Leben. Wenn wir uns wandeln, verwandelt sich unsere Welt.“

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