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Beschreibung

Blonde Poison
One-woman play by Gail Louw, directed by Robert Chevara, starring Dulcie Smart as Stella Goldschlag | in English
Schauspiel von Gail Louw, Regie Robert Chevara, mit Dulcie Smart als Stella Goldschlag | in Englisch

[deutscher Ankündigungstext ab 2. Absatz]

Stella Goldschlag was a Jew who betrayed other Jews to the Gestapo - but how far was she herself a victim? A teenager at the time Berlin was ordered to be "judenrein", she initially went into hiding with her parents. But a friend betrayed her, and she was imprisoned, tortured and kept in solitary confinement. She escaped twice but eventually made a deal in the hope that it would stop the torture and save the lives of her family... In 'Blonde Poison' Stella is an older woman looking back at her life. Guilt, denial and fear are layered with wit, grief, and love. Memory is interwoven with lies and false memories in an extraordinary monologue. Based on a true story.

Gail Louws Drama BLONDE POISON basiert auf der wahren Geschichte von Stella Goldschlag, die als sogenannte Greiferin, den Nazis half, untergetauchte Juden aufzuspüren, in der Hoffnung, damit nicht nur das eigene sondern auch das Leben ihrer Familie zu retten. Erzählt wird eine Geschichte von Identität und Selbstwertgefühl, von Verrat und Schuld, von Liebe und Trauer begleitet von der Frage: Welchen Preis sind wir bereit zu zahlen, wenn es ums Überleben geht?
Stella Goldschlag lebt als Jüdin in Berlin. Sie identifiziert sich als Deutsche und kann mit ihrer Herkunft als Jüdin, ihrer Glaubensidentität nichts anfangen. Sie ist blond, blauäugig, lebenshungrig und umschwärmt. Stellas Credo ist Leben, Überleben. Eine rechtzeitige Ausreise aus Deutschland scheitert und auch sie muss den gelben Stern tragen, der sie als Jüdin ausweist. Doch Berlin soll „judenfrei“ werden, die großen Deportationen beginnen. Stella und ihre Familie tauchen unter. Ihr Versteck wird verraten, es folgen Inhaftierung, Einzelhaft und Folter. Sie flieht mehrere Male erfolglos. Schließlich geht sie, in der Hoffnung, weiterer Folter zu entgehen und das Leben ihrer Familie zu retten, einen Deal ein: Als sogenannte Greiferin spürt sie untergetauchte Juden in Berlin auf und verrät sie an die Gestapo. Stella wird bald von den in Berlin untergetauchten Juden blondes Gift genannt. Doch selbst mit ihrem Verrat kann sie das Leben ihrer Familie nicht retten. Nach Kriegsende wird sie in mehreren Prozessen verurteilt. Die meisten der Gestapo-Mitarbeiter, mit denen Stella zu tun hatte, kommen hingegen ungestraft davon. Die Tochter, die Stella noch kurz vor Kriegsende geboren hat, wächst in einer Pflegefamilie auf und möchte zeitlebens nichts mit ihrer leiblichen Mutter zu tun haben. Stella gilt als Verräterin, als Dämonin, die sich an den NS-Verbrechen mitschuldig gemacht hat.
In BLONDE POISON blickt Stella auf ihr Leben zurück. Schichten von Schuld, Verleugnung und Angst werden offengelegt und mit Trauer, Witz und Liebe kommentiert. In einem außergewöhnlichen Monolog wird Stellas Rückschau mit Lügen und falschen Erinnerungen verwoben. War sie das Monster, für das sie die Nachwelt hält, oder doch auch selbst Opfer?
Das Drama von Gail Louw wurde bereits mehrfach weltweit aufgeführt. Mit der Inszenierung von Robert Chevara in der Brotfabrik Berlin kommt das Stück nun erstmals nach Deutschland.

Ismail Mohammed, Leiter des Johannesburger Markttheaters, schreibt 2016 über das Stück: "Gail Louws Blonde Poison ist eine dieser Geschichten, in der so viele verschiedene Emotionen zugleich entzündet werden: Bewunderung für den mutigen Überlebensinstinkt der Figur bei gleichzeitiger absoluter Verachtung für ihre politischen Entscheidungen; unerbittlich gegenüber ihrem Verrat empfinden und zugleich eine tiefe Empathie für ihren persönlichen Verlust. Es ist sowohl ein kraftvolles politisches Drama als auch eine bewegend ergreifende Geschichte über eine Mutter-Tochter-Beziehung. Ein hervorragendes Theaterstück, das Verstand und Herz berührt.“

| Besetzung |
Regie: Robert Chevara | Text: Gail Louw | Spiel: Dulcie Smart | Bühnenbild: Elizabeth Kelly | Social Media: Jack Cullen
| Eine Koproduktion von Robert Chevara und Whitecloud Productions in Kooperation mit der Brotfabrik Berlin.
| Eintritt: 16,- € / erm. 9,- €

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