Die besten Events fangen nicht immer mit einem Businessplan an. Oft beginnen sie mit einer verrückten Idee. Oder einer Leidenschaft und der Idee diese mit anderen Menschen teilen zu wollen. Und all das passiert meistens, ohne nur einen Hauch von Erfahrung in Eventmanagement zu haben. Hier ist ein Interview mit einem Veranstalter, dessen Erfolg ihn selbst überrascht hat.

Als Jimmy Naron anfing, seine ersten Yogakurse zu veranstalten, war er als Lehrer tätig und versuchte mit der zusätzlichen Arbeit besser über die Runden zu kommen. Doch seine neue Tätigkeit brachte ihn auf einen sehr unerwarteten Weg.

Heute ist Naron der CEO von Rocky Mountain Goat Yoga, doch damals konnte er noch nicht ahnen, dass aus seiner Idee einmal ein seriöses Geschäft werden würde. Vor allem nicht, nachdem sein erstes Event nicht ganz reibungslos verlief. 

Wir erzählen, wie er mit seiner Kreativität und Motivation ein kinderfreundliches Yoga-Konzept in ein Event-Business verwandeln konnte, das unzählige Menschen (und Ziegen!) glücklich macht.

Wie ist die Idee für dein Event entstanden?

Naron: Ich war achteinhalb Jahre lang Lehrer mit einem bescheidenen Einkommen und auf der Suche nach einem Nebenverdienst. Also habe ich angefangen, Events zu veranstalten: Es fing mit einer Montagabend-Yogastunde für 15 Dollar an, es gab Häppchen und Mimosas für danach.

Boulder ist eine einzigartige Stadt, in der bizarre und kreative Dinge gut bei den Bewohnern ankommen. Deshalb habe ich nach einer Idee gesucht, mit der ich die Besucherzahlen steigern könnte. Um diese Zeit herum las ich einen Artikel über eine Frau aus Oregon, die Ziegen für tiergestützte Therapie einsetzte, darunter auch ein Yogakurs im Ziegenstall. Da hatte ich meine bizarre Komponente. Also habe ich mit einigen Bauern Kontakt aufgenommen  – der Rest ist Geschichte.

Ziegen-Yoga
Bild via Rocky Mountain Goat Yoga

Wann wusstest du, dass dein Event ein Erfolg wird?

Naron: Nachdem ich aus Versehen das erste Event doppelt verkauft habe. Über Nacht wurden 120 Tickets gebucht, obwohl die Teilnehmergrenze bei 60 Personen lag. 

Anstatt den „überschüssigen“ Teilnehmern abzusagen, entschied ich mich, die Eventlocation zu wechseln. Alle Gäste wurden benachrichtigt, dass wir trotz der Auslastung jeden unterbringen werden.

Doch am Tag des Events wurden wir eingeschneit und ich musste erneut umplanen. Der einzige verfügbare Termin in der Location fiel auf den Muttertag. Es war ein wenig riskant, aber irgendwie war ich mir sicher, dass wir es schaffen würden. Falls jemand stornieren wollen würde  und eine Rückerstattung verlangen würde, würden wir das akzeptieren. Aber überraschenderweise waren die Teilnehmer, die sich ohnehin schon auf den Kurs gefreut haben, begeistert, ihn zusammen mit ihren Müttern machen zu können.

>> Sind Ziegen nicht so dein Ding? Dann lies hier von dem Erfolg der SneakerCon.

Gab es einen Moment, in dem du für dein Event alles auf eine Karte setzen musstest?

Naron: Die Kurse wurden immer beliebter und haben mich immer mehr Zeit gekostet. Darüber hinaus war nicht nur ich von meinem Erfolg abhängig  – sondern auch meine Mitarbeiter, die Landwirte, die Ziegen. Es war viel Arbeit und dabei unterrichtete ich immer noch in der Schule. Also musste ich irgendwann eine Entscheidung treffen.

Mit meinem Lehrergehalt war es schwierig für den Ruhestand zu sparen und in die Zukunft meines Sohnes zu investieren. Also habe ich dem Schulleiter gesagt, dass es an der Zeit war zu sehen, wohin mich dieses Ziegen-Yoga Abenteuer führt und kündigte.

Nachdem ich gekündigt hatte, blühte mein Eventgeschäft erst so richtig auf und ich lernte mehr über Ziegen. Mir war vorher nie bewusst, wie viel Gutes ich für die Ziegen tat. Es tat ihnen wirklich gut, wenn sie bei meinen Yoga-Events Zeit mit Menschen verbringen konnten.

Ziegen-Yoga
Bild via Rocky Mountain Goat Yoga

Was war dein größter Misserfolg und was hast du daraus gelernt?

Naron: Die doppelten Buchungen beim ersten Event haben mich vieles gelehrt. Wenn man ein Event veranstaltet, muss man alles bis auf das kleinste Detail durchdenken und die richtigen Informationen kommunizieren. Ansonsten sollte man sich auf viele Fragen von Teilnehmern gefasst machen, per Telefon oder E-Mail. Nicht, dass wir sie nicht beantworten wollen, aber ich habe anfangs unterschätzt wie zeitaufwändig das dein kann – besonders wenn man ein nischigeres Event organisiert, dass öfter mal Fragen aufwirft als ein stinknormaler Kochkurs.

Wie ist dein Geschäft gewachsen und was war die schwierigste Lektion, die du auf diesem Weg lernen musstest?

Naron: Ganz am Anfang gab es nur mich, mein Auto (aus dem ich lebte), ein Sonnendach und einen Tisch. Heute arbeiten wir mit sechs verschiedenen Bauernhöfen und sechs Ziegenherden zusammen – das sind insgesamt etwa 500 bis 600 Ziegen. Was die Mitarbeiter angeht, besteht unser Unternehmen aus einem Geschäftsführer, mehreren Betriebsleitern, einem Marketing-Direktor, mehreren landschaftlichen Hilfsarbeitern und 15 bis 20 Yoga-Lehrern im Bereitschaftsdienst.

Im letzten Sommer boomte das Geschäft. Im Herbst und Winter sind wir, wie die meisten Outdoor-Veranstaltungen, in ein kleines Tief gefallen – aber ich wollte trotzdem nicht einfach für eine Saison aufhören. Schließlich stand der Lebensunterhalt vieler Menschen auf dem Spiel. Also musste ich einen Veranstaltungsort finden, in dem man Indoor-Yoga mit Ziegen organisieren konnte. Das hat geklappt, sodass wir im Winter des folgenden Jahres die gleichen Zahlen wie im Sommer hatten. Und das ist schon erstaunlich, oder?

Die größte Lektion für mich war, dass wir zu Beginn unsere Kunden (und auch uns selbst ein bisschen) davon überzeugen mussten, dass wir ein seriöses Geschäft betreiben und nicht nur einem bizarren Trend folgen. Das ist sicher eine Hürde die jeder Veranstalter eines Nischen-Events mal bestreiten muss. Viele Menschen verstehen nicht, wie viel Arbeit in eine Stunde Ziegen-Yoga fließt, wenn man es richtig machen will. Aber tief in meinem Herzen wusste ich, dass die Sache zum Erfolg werden würde, also hörte ich nicht auf, daran zu glauben. Und nun schau mal wo wir sind!

Was würdest du jemandem raten, der eine Event-Idee hat, aber nicht sicher ist, ob er den Versuch  wagen sollte?

Naron: Sobald du ein Team oder auch nur eine einzelne Person gefunden hast, die deine Leidenschaft teilt und der du vertrauen kannst, halte an ihr fest. Wenn einer deiner Mitarbeiter Probleme hat und du davon erfährst, finde einen Weg, ihm oder ihr zu helfen. Gib ihnen noch mehr Arbeitsstunden. Sie müssen sich auf dich verlassen können. Behandle deine Angestellten gut. Das ist das Wichtigste.

Nutze den Moment. Verwirklich deine Träume, egal wie verrückt.

Lass dich von Naron und anderen Unternehmern wie ihm inspirieren – um einer großartigen Geschäftsidee eine Chance zu geben, musst du dich irgendwann ganz darauf einlassen. Doch solange deine Leidenschaft mit einem guten Geschäftssinn verbunden ist, könnte das die beste Entscheidung sein, die du jemals triffst.

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