Wie aus Foodies Profis werden: Ein Interview mit dem Food Entrepreneurs Club

“Die Eintrittsbarrieren waren noch nie so gering, um gastronomisch tätig zu sein”

Unsere Veranstalterin der Woche ist dieses Mal Stefanie Rothenhöfer vom Food Entrepreneurs Club, kurz FEC. Stefanie hat Hotel- und Gastronomiemanagement studiert, war in München und Paris für Feinkost Käfer tätig und hat später ihren eigenen Cateringservice gegründet.

Sie weiß genau, welche Fragen man sich bei der Gründung eines eigenen Gastro-Unternehmens stellt (siehe unten) und hat mit dem Food Entrepreneurs Club eine Anlaufstelle geschaffen, um anderen Gründern und jungen Marken den Einstieg in den Gastronomiebereich zu erleichtern. Neben der Veranstaltungsreihe FEC Tuesday, lädt sie am 10. Mai zu einem großen Event im Rahmen der Next Organic Berlin.

Was die Teilnehmer dort erwartet und was der FEC genau macht, erzählte uns Stefanie Rothenhöfer  im Interview.

Food Entrepreneurs Club

Stefanie Rothenhöfer

Stefanie, warum hast du den Food Entrepreneurs Club gegründet?

Stefanie Rothenhöfer: 2011 habe ich einem Marktstand in der Markthalle Neun betrieben. Später ist daraus ein Cateringservice entstanden. Meine damalige Geschäftspartnerin und ich sahen uns zu dieser Zeit mit unzähligen Fragen konfrontiert: Wer genau ist unsere Zielgruppe? Welche Geschichte erzählt unser Produkt? Wie können wir es schaffen, einen hohen Qualitätsstandart und gleichzeitig einen fairen Preis zu etablieren? Für eine professionelle Beratung fehlten uns damals die finanziellen Mittel. Durch unser stetig wachsendes Netzwerk haben wir sehr viel Unterstützung erfahren und Know How erhalten.

Du weißt also aus erster Hand, welche Fragen man sich als Gründer eines Gastro-Unternehmens stellt und was man wissen sollte.

Rothenhöfer: Genau. Seitdem unterstütze ich selbst viele Food Start Ups, gebe immer wieder gerne Tipps und Ratschläge oder habe einfach ein offenes Ohr. Viele Gründer beschäftigen sich mit genau den selben Fragen. Die wenigsten haben allerdings ein Budget für eine Beratung. Ich bin davon überzeugt, dass wir durch die Vernetzung und den Austausch enorm viel voneinander lernen können.

Was macht der Food Entrepreneurs Club genau?

Rothenhöfer: Grundsätzlich ist der FEC eine Plattform, auf der es vor allem um den Austausch geht. Wir wollen keine Beratung sein, die den Zeigefinger erhebt und besserwisserische Tipps gibt. Alle unsere Formate leben davon, dass Menschen aus der Praxis erzählen und sagen, was bei ihnen funktioniert (hat) und woran sie sich die Zähne ausgebissen haben.

Was macht deiner Meinung nach die neue Generation von “Foodies” aus?

Rothenhöfer: Viele Akteure der neuen Food Generation sind sehr passioniert und qualitätsgetrieben. Zudem kommen sie oft aus einer anderen Branche und bringen völlig neue Sicht- und Herangehensweisen mit, was die Gastronomielandschaft positiv bereichert. Das ist wahnsinnig spannend, denn so entstehen enorm viele innovative Geschäftsmodelle.

Der Slogan des FEC lautet “Do the right thing and make a profit”. Was heißt das denn?

Rothenhöfer: Per Definition baut Nachhaltigkeit auf den drei Säulen ökologisch, sozial und ökonomisch auf. Für viele dieser “neuen Generation” ist das Einbeziehen der ökologischen Komponente in ihre Arbeit bereits selbstverständlich. Langfristig sollte es sich durchsetzen, alle der drei Säulen zu berücksichtigen und dennoch gewinnbringend zu wirtschaften. Ich glaube, dass wir jetzt die Chance haben, den Trend der Nachhaltigkeit zu nutzen, um Strukturen aufzubauen und langfristig eine neue Art von Gastronomie zu etablieren.

Würdest du der These zustimmen, dass die noch relativ junge Food-Szene sich gerade professionalisiert?

Rothenhöfer: Das Thema Food gewinnt einen immer höheren Stellenwert in der Gesellschaft. Zusätzlich waren die Eintrittsbarrieren noch nie so gering, um gastronomisch tätig zu sein. Street Food Märkte und Supper Clubs sind die optimalen Spielwiesen, um sich und seine Ideen auszuprobieren. Aktuell befinden sich viele genau in dieser Phase. Der nächste Schritt verlangt zwangsläufig eine weitere Professionalisierung. Betreibe ich einen Food Truck oder langfristig eine ganze Flotte? Konzentriere ich mich auf Mobilität oder eröffne ich mein eigenes Restaurant an einem festen Standort? Durch die steigende Nachfrage erhöht sich automatisch die Konkurrenz. Wer sich nicht professionalisiert, wird langfristig wieder vom Markt verschwinden. Dies ist übrigens auch ein Themenschwerpunkt bei unserer nächsten Veranstaltung.

Welche Rolle spielen moderne Technologien in diesem Prozess?

Rothenhöfer: Moderne Technologien helfen auf jeden Fall die Professionalisierung zu beschleunigen, oft sogar ohne großen Kapitaleinsatz. Viele Buchungs- und Reservierungssysteme beziehen den Kunden in den Prozess mit ein, was bei der personalintensiven Gastronomie einen enormen Kostenvorteil mit sich bringt. Durch Social Media kann mit einem überschaubarem Budget eine große Reichweite erzielt werden. Für viele ersetzt Social Media andere Marketingmaßnahmen komplett. Sind die einzelnen Technologien sogar noch aufeinander abgestimmt, ist das eine Win-Win Situation für alle.

Der FEC veranstaltet das nächste große Event im Rahmen der Next Organic Berlin. Was sind deine drei wichtigsten “Zutaten” für dieses Veranstaltung und warum lohnt es sich zu kommen?

Rothenhöfer: Das ist erstens Fachwissen aus der Praxis, zweitens Inspiration und drittens sind es die Kontakte. Ein Highlight der nächsten Veranstaltung ist mit Sicherheit die sogenannte Ping Pong Area. Gründer haben hier die Möglichkeit, unseren erfahrenen Experten im diskreten Einzelgespräch Fragen zu stellen. Darüber hinaus haben wir drei Diskussionsrunden zu verschiedenen Themen mit sehr interessanten und inspirierenden Unternehmerpersönlichkeiten. Unsere Network-Area rundet das Programm ab und bietet Raum für den Austausch mit Gleichgesinnten.

Vielen Dank für das Gespräch!

Tickets für die Veranstaltung des FEC auf der Next Organic gibt es hier.

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Katharina Böhm

Katharina Böhm

Ich bin Katharina und Autorin für den Eventbrite Blog. Ich gehe gerne auf Konzerte, probiere ständig neue Restaurants aus und mag Aquarien.

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