Side-Events sind für Großveranstaltungen ein globaler Trend und bieten einen großen Mehrwert für Veranstalter und ihre Haupt-Events. Die Experten von Fürg Consulting erklären uns anhand der berüchtigten South by Southwest Veranstaltung (SXSW), die jährlich in Austin stattfindet, warum Nebenveranstaltungen sinnvoll sein können und worauf man bei ihrer Umsetzung achten sollte.

Dass ansprechende Side-Events durchaus zur Attraktivität der eigenen Veranstaltung beitragen können ist schon lange kein Geheimnis mehr. Interessante Nebenveranstaltugen verbessern den Gesamteindruck, tragen wegen ihres zumeist etwas kleineren Rahmens hervorragend zum Networking der Teilnehmer bei und können spannende Einblicke in einzelne Themen und Themenschwerpunkte geben. 

Die halbe Stadt ist ein Event

Wie es ist, wenn der Großteil einer Konferenz aus Side-Events besteht zeigt Jahr für Jahr die SXSW in Austin, Texas. Die SXSW, ursprünglich als Musikfestival Ende der 80er Jahre gegründet, vereint mittlerweile ein Filmfestival, ein Musikfestival und eine Interactive Konferenz und Fachausstellung zu einem gigantischen, neuntägigen Happening mitten in Downtown Austin. Und mit das wichtigste dabei: die Side-Events.

Selbstredend gib es auch zahlreiche interessante und äußerst spannende Dinge im Zuge der Hauptveranstaltung des Interactive-Teils zu erleben. Allen voran natürlich die zahlreichen Vorträge, Keynotes und Panels im Convention Center und den umliegenden Hotels. Die Speaker reichen dabei von Barack Obama über Elon Musik bis hin zu Melinda Gates. Allein dafür würde sich eine Reise nach Austin schon lohnen.

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Der wahre Reiz sind die Side-Events

Doch es sind die beinahe unzähligen Side-Events, welche die Veranstaltung zu etwas Besonderem und Einzigartigem machen. Jedes größere Unternehmen das etwas auf sich hält, richtet dabei ein solches Event aus. Von Google über Facebook und Twitter, hin zu Tinder, Bumble, Pinterest und Intel sind alle vor Ort. Über die gesamte Downtown-Area sind die Häuser verteilt, in die sich die Firmen einquartiert haben.

Und das Angebot ist dabei ebenso vielfältig wie außergewöhnlich. Ob Panel-Diskussionen, komplett durchdesignte Erlebniswelten, Gemeinschafts-Grillen, Konzerte oder Network-Partys, es gibt nichts, was es bei der SXSW nicht gibt. Dabei versuchen die Unternehmen natürlich stets, sich selbst und vor allem die Konkurrenz zu übertreffen, sehr zur Freude der Teilnehmer. Diese dürfen sich dann etwa über ein vollfunktionsfähiges Smart-Home (also das ganze Haus) oder eine Themenpark-Erfahrung, die einer aktuellen Fernsehserie nachempfunden wurde, freuen.

Gemischtes Publikum führt zu besserem Networking

Hinzukommt eine weitere Besonderheit der SXSW. Dadurch, dass neben den Interactive Fachbesuchern auch die des Musik- und des Filmfestivals vor Ort sind, ergeben sich ganz einzigartige Formen des Networkings. Das läuft auf den Side-Events, wie bereits erwähnt, ohnehin schon sehr reibungslos und undiplomatisch. Durch die Vermischung der einzelnen Themenbereiche entstehen so zusätzlich gänzlich neue Synergien und Partnerschaften. Diese wären auf der Hauptveranstaltung so keinesfalls möglich.

Natürlich lässt sich dieses Modell so nicht auf Deutschland übertragen. Keine Konferenz hat hierzulande die Möglichkeit, sich über mehrere Tage hinweg auf eine halbe Stadt auszuweiten. Aber der Spirit und das Wissen um die Wichtigkeit spannender Side-Events, mit interessanten Inhalten und einem möglichst diversen Publikum, kann Veranstalter um einiges voranbringen. Denn gelungenes Networking in entspannter Atmosphäre, gepaart mit fesselnden Gesprächen, zielführenden Begegnungen und einem einmaligen Ambiente bleiben Teilnehmern mindestens ebenso lange im Gedächtnis wie die eigentliche Veranstaltung – wenn nicht sogar länger.