Kennst du das auch? Die übliche Seminar-Vorstellungsrunde läuft häufig nach Schema F ab. Spätestens nach dem dritten Teilnehmer ufert die Vorstellung pro Gast aus und die Präsentationen ähneln sich immer mehr. Was erfahren wir da? Name, Jobtitel, Aufgaben und sehr, sehr viel vom Unternehmen oder von dessen neuestem Angebot. Unser Gegenüber kennen wir deshalb immer noch nicht. Es ist Zeit, deine Seminar-Vorstellungsrunde mal anders und mit mehr Pepp zu gestalten. Und deshalb sind hier ein paar kreative Ideen für deine nächsten Seminar Kennenlernspiele. Probier einfach mal ein paar aus.

Seminareinstieg Methoden

Das Wichtigste bei einem Seminar ist natürlich der Einstieg. Gelingt dir oder dem von dir engagierten Moderator der Beginn, hast du schon die halbe Miete.

Willst du die heutige Stimmung deiner Teilnehmer einfangen, musst du ein wenig in die Trickkiste greifen. Fragst du einfach nur mit den Worten “Wie geht es Ihnen heute?”, erntest du sehr wahrscheinlich ein mittelmäßiges “gut” oder “OK”. Viel genauer fallen die Antworten mit Hilfe eines Stimmungsbarometers aus. Auf einer Skala von minus drei (sehr schlecht) bis plus drei (sehr gut) tragen sie nun ihre Antworten ein. Das kannst du zum Beispiel mit Klebepunkten auf einer Pinnwand umsetzen. Dazu ergänzt jeder, in Worten wie es ihm geht und was er sich vom heutigen Tag wünscht.

Oder du nutzt als etwas anderen Seminareinstieg die Kraft des Storytellings. Dazu erzählst du ohne lange einführende Worte eine bewegte Geschichte, die dann zum Hauptthema überleitet. Die meisten von uns lieben Geschichten und wir können und diese gut merken. Deshalb kannst du auf die Inhalte dieser Story im Laufe des Seminars auch immer wieder zurückkommen.

Namen für die Vorstellungsrunde malen, ist eine weitere einfache und aktivierende Methode für einen Seminareinstieg. Auf dem Flipchart oder der Pinnwand beginnst du, deinen Namen zu malen. Ziemlich schnell tritt Ruhe und Konzentration unter den Seminarteilnehmern ein. Noch während du mit dem Malen beschäftigt bist, rätseln deine Teilnehmer und stellen erste Vermutungen an. Bei deiner anschließenden Erklärung sind die meisten sehr aufmerksam dabei. Und durch die Verknüpfung von Wort und Bild merken sie sich die Details viel besser.

Seminar-Vorstellungsrunde: #Die #Barcamp #Variante

Die wahrscheinlich derzeit beliebteste Alternative einer Vorstellungsrunde für ein Seminar ist “die BarCamp-Variante” mit drei Hashtags. Beispielsweise: “Mein Name ist Katrin und meine drei Hashtags sind #digitaleTools, #Eventmanagement und #Fotografie.” Sie ist wohl deshalb so beliebt, weil sich jeder wirklich nur sehr kurz vorstellt. Dennoch wissen andere gleich, mit wem sie Gemeinsamkeiten haben könnten. Wer mag, geht einfach bei nächster Gelegenheit auf den anderen Teilnehmer zu und fragt nach. Darüber hinaus können wir uns solche kurzen Informationen ziemlich gut merken. Damit es auch wirklich kurz bleibt, stoppe die Zeit. Gib den Teilnehmern maximal 30 Sekunden und gib dann dem nächsten das Wort.

Natürlich kannst du auch ganz andere Inhalte für die kurzen Seminar-Vorstellungsrunden vorgeben. Lass die Teilnehmer zum Beispiel über ihr Hobby oder über ihre Lieblingsfarbe sprechen. Oder darüber, was sie heute am meisten umtreibt.

Statt eines Mikrofons kannst du bei kleineren Gruppen auch einen Gegenstand als Symbol für ihren Redezeit nutzen. Sehr beliebt sind hierbei kleine Bälle oder Würfel, die weitergereicht werden. So kommen deine Teilnehmer schon während der Vorstellungsrunde neben neuen Informationen auch zu ein wenig Bewegung.

Seminar-Vorstellungsrunde:
Kreative Methoden

Eine kreative Variante einer Seminar-Vorstellungsrunde ist “der bewegte Name”. Bei dieser stellt sich jeder mit seinem Namen vor und wählt ein zum Anfangsbuchstaben passendes Hobby oder eine Eigenschaft. “Mein Name ist Katrin und ich gehe gern Klettern.” Daraufhin wiederholen die anderen den Namen und das Hobby. Durch die Wiederholung merken wir uns die Namen der anderen besser und falls doch nicht, hilft uns das Gruppengedächtnis.

Eine andere, allerdings ziemlich zeitintensive Version einer kreativen Vorstellungsrunde ist “der gemalte Name”. Das Bild können deine Teilnehmer auf ein A4-Blatt oder sogar auf ihr Namensschild malen. Gib ein paar Regieanweisungen dazu. Zum Beispiel: Ob ein Hobby, die eigene Stimmung oder ein Beruf in dem Bild vorkommen soll. Anschließend erklärt jeder Teilnehmer sein Bild. Die Aufmerksamkeit der anderen Seminarteilnehmer ist deutlich höher als bei klassischen “Mein Name ist … und ich bin von Beruf …”.

Auch “das bewegte Bild” eignet sich für den kreativen Einstieg ins Kennenlernen. Hierbei dürfen sich deine Teilnehmer von einer Pinnwand Bilder oder Postkarten aussuchen. Dann erzählen sie in der Runde kurz, wer sie sind und warum sie genau dieses Motiv angesprochen hat. Auch hier liegt die Würze in der Kürze. Gib jedem eine Minute und stoppe die Zeit. Manchmal musst du die redseligen Personen unterbrechen bevor sie zu ausufernden Monologen übergehen.

Eine weitere kreative Seminar-Vorstellungsrunde ist “das gezogene Wort”. Bei dieser notieren die Teilnehmer ein Wort ihrer Wahl auf einem Zettel. Anschließend legen sie ihn gefaltet in ein Tombolagefäß zurück. Nun darf jeder ein Wort ziehen und nur wer sein eigenes gezogen hat, darf nochmal. Jetzt beginnt der kreative Teil: Deine Teilnehmer nennen ihren Namen und sprechen anschließend maximal eine Minute zu diesem gezogenen Wort. So sind sie gleich von Anfang an aktiv dabei. Außerdem beflügelt der Kurzvortrag ihre eigene Kreativität. Darüber hinaus lernen die anderen Teilnehmer meist eine ganz neue Sichtweise zu einem häufig gewöhnlichen Thema oder Begriff.

Seminar-Vorstellungsrunde: Kennenlernspiele für Erwachsene

Damit sich Erwachsene kennen lernen können, kannst du das klassische Speed-Dating einsetzen. Du brauchst dazu nur gegenüber stehende Stuhlreihen und einen Moderator. Dieser stoppt die Zeit und gibt die Themen für die Gesprächsrunden vor. Bei den ersten Runden könnten sich die Teilnehmer z. B. über ihr Hobby, über den Grund ihrer Teilnahme oder über ihren letzten Urlaub austauschen.

Möchtest du, dass deine Teilnehmer gleich von Anfang ins Gespräch kommen, könntest du als Kennenlernspiel auch “die bewegte Statistik” nutzen. Dazu bittest du die Teilnehmer sich im Raum zu verteilen. Grundsätzlich hast du dabei drei Möglichkeiten:

  • als Linie
  • als Fläche
  • im Kreis

Für die Aufstellung als Linie eignen sich gegensätzliche Themen, z. B. Frühaufsteher und Nachteulen oder Raucher und Nichtraucher. Schon beim Aufstellen sind deine Teilnehmer in Bewegung und natürlich kommen sie leicht ins Gespräch. “Ach, Sie sind auch eine Nachteule?” Oder du bildest Gruppen mit Aufforderungen wie “Alle mit dem Wohnort ABC, mit dem Ausbildungsberuf XYZ … gehen jetzt in diese Ecke des Raumes.” Lässt du sie im Kreis z. B. nach Alter, Größe oder Jahren an Berufserfahrung aufstellen, müssen sie sich vergleichen und untereinander absprechen. Und schon hast du noch mehr Interaktion und Bewegung gleich zu Beginn deines Seminars.

Seminar-Vorstellungsrunde für Führungskräfte

“Die bewegte Statistik” eignet sich natürlich auch hervorragend für Seminare mit Führungskräften. Lässt du diese nach Berufsjahren im Kreis aufstellen, steht die erfahrenste Führungskraft neben der jüngsten. Außerdem kannst du grob überschlagen, wie viele Jahre Berufserfahrung sich in diesem Seminar versammelt haben. Mit einem entsprechenden Kommentar kannst du motivieren und gezielt ins Kernthema des Seminars überleiten. Beispielsweise so: “In diesem Raum sind jetzt ungefähr 200 Jahre Berufserfahrung. Lassen Sie uns dieses Know-how in den nächsten Stunden gemeinsam nutzen.”

Mit Rollenspielen kannst du Führungskräfte hervorragend spielerisch an ein Thema heranführen. Diese eignen sich beispielsweise bei interkulturellen Trainings oder einem Verkaufsgespräch. Auch Gespräche zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern lassen sich so einfach und realitätsnah nachstellen und üben. Verteile für diese Rollenspiele Zettel mit Regieanweisungen an deine Führungskräfte. Dabei forderst du sie auf, eine realistische Situation nachzustellen. In dieser sollen sie sich wie eben ein Vorgesetzter, ein Verkäufer oder ein Mitarbeiter mit ganz bestimmten Eigenschaften verhalten. Natürlich weiß keiner vom anderen, mit welchen Eigenschaften und Weltansichten der andere ins Meeting kam. Und genau das macht den Charme aus. Lasse sie erst üben und löse dann auf. Es wird so einige Aha-Momente bei deinen Teilnehmern geben. Versprochen. Und ganz nebenbei haben sich deine Teilnehmer auf eine ganz andere Art und Weise kennengelernt.

Fazit: Seminar-Vorstellungsrunde mal anders

Es gibt sehr viele Kennenlernspiele und spannende Ideen wie du die Seminar-Vorstellungsrunde mal anders gestalten kannst. Die meisten erfordern nur etwas Kreativität, Zeit und Mut. Bedenke jedoch, dass sich nicht alle Teilnehmer sofort für diese Spiele begeistern. Manch einer möchte einfach nicht zeichnen oder einen Ball fangen. Überlege dir vorher, wie du mit Widerständen umgehen möchtest und halte eine alternative Idee parat. Zum Beispiel: “Wer seinen Namen partout nicht zeichnen möchte, der schreibt ihn einfach auf”.