Wir müssen den Planeten, auf dem wir leben, besser behandeln – denn einen Plan(eten) B gibt es nicht. Dieses Thema scheint heute zum Glück nicht nur Umweltschützern zu beschäftigen, sondern bei der breiten Massen angekommen zu sein.

festivaltrends 2019

Das spiegelt sich auch in den Ergebnissen unserer Umfrage wieder: 75 % der befragten Festivalbesucher in unserem Festivalreport geben an, dass sie darauf achten, ob es Wasserspender, Recyclingmöglichkeiten und Plastikvermeidung auf dem Festival ihrer Wahl gibt. Das Thema Nachhaltigkeit fließt also aktiv in die Entscheidungsfindung von Festivalbesuchern ein.

Jeder, der schon einmal ein Festival besucht oder veranstaltet hat, weiß, welche Unmengen an Müll anfallen: Plastikflaschen, Zelte, Schlafsäcke, Lebensmittel, Grills und Konfetti. Abgesehen vom Personal- und Zeitaufwand kostet die Müllentsorgung den Veranstalter neben Geld vor allem – Gewissen! Um sich die Ausmaße einmal vor Augen zu führen, hier ein prominentes Beispiel: Das Glastonbury Festival in Großbritannien berichtet, nach dem Festival im vergangenen Jahr 1,3 Millionen Plastikflaschen entsorgt zu haben – 1 Million dieser Plastikflaschen wurden vor Ort verkauft. Nachdem das Festival im letzten Jahr bereits Plastikbesteck und -geschirr vom Gelände verbannte, folgt dieses Jahr der für die Veranstalter unvermeidbare Schritt, auch Plastikflaschen zu verbieten.

Soziale Erwünschtheit als Chance für Veranstalter

Der Begriff der sozialen Erwünschtheit beschreibt eine psychologische Antworttendenz bei Umfragen und Befragungen. Unangenehme Fragen und solche, bei denen es um Themen geht, die einem gewissen sozialen Druck unterliegen, werfen dieses Phänomen häufig auf: Anstatt ehrlich zu antworten, geben die Befragten hier häufig die Antwort, von der sie glauben, dass sie sozial erwünscht ist.

Den Faktor der sozialen Erwünschtheit haben wir bei den Ergebnissen unserer Umfrage in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit natürlich auch bedacht. Bei der Frage „Wie wichtig ist für dich das Thema Nachhaltigkeit?“ mit „Sehr wichtig“ zu antworten, ist einfach. Doch achten tatsächlich 75 % unserer Befragten bei ihrem eigenen Festivalbesuch darauf, Plastik zu vermeiden und bei der Anreise auf öffentliche Verkehrsmittel zurückzugreifen? Wir wissen es nicht.

>>Festival organisieren und planen: Der Leitfaden für alle wichtigen Details

Tu Gutes und sprich darüber

Doch was bedeutet das für dich, und wie kannst du das sogar zu deinem Vorteil nutzen? Dass 75 % der von uns befragten Festivalbesucher sagen, dass sie bei der Wahl ihres Festivals auf Nachhaltigkeit achten, zeigt uns auf jeden Fall eines: Sie sind sich der gesellschaftlichen Problematik bewusst und würden wahrscheinlich nachhaltiger handeln, wenn man es ihnen leicht macht. Für dich als Veranstalter bedeutet das: Tu Gutes und sprich darüber!

Brite-Tipp:

Machst du es bereits wie das Hurricane Festival und belohnst deine Festivalbesucher mit Müllpfand, wenn sie ihn nach dem Festival selbst sammeln und abgeben. Poste ein Bild der Gruppe mit den Müllrückgaben vom letzten Jahr und erinnere die Besucher daran, auch dieses Jahr an der Aktion teilzunehmen. Denn in Zeiten von Social Media überträgt sich das Prinzip der sozialen Erwünschtheit ganz leicht auf das Verhalten deiner Besucher: Wenn du ihnen Anreize bietest, Gutes zu tun, dann werden sie das vermutlich sogar mit ihren Freunden und Followern teilen.

Kommt es dir immer noch wie ein Ding der Unmöglichkeit vor, Tausende von Menschen davon zu überzeugen, in ihren Handlungen umweltbewusster zu sein und für Nachhaltigkeit vielleicht sogar mehr Geld auszugeben? Viele Festivals und Veranstalter zeigen bereits, dass es nicht immer teurer und umständlich sein muss, nachhaltig zu sein. Wir haben mit TUTAKA über Nachhaltigkeit auf Festivals gesprochen und nach praktischen Tipps und Empfehlungen gefragt.

Lade dir hier unseren Festival Guide 2019 herunter und erfahre von den Experten von TUTAKA wie du dein Festival nachhaltiger gestaltest.