Ob Olympia, Fußball-WM, Fußball-EM, Champions League oder Super Bowl – Ein Public Viewing veranstalten macht nicht nur bei Sport-Events Sinn. Genauso gut eignen sich das Finale einer beliebten Casting-Show, der Eurovision Song Contest oder die Erstausstrahlung eines Tatorts für ein Public Viewing Event.

Doch mit dem perfekten Anlass ist es leider nicht getan, denn nach der guten Idee kommen dir sicher schon die ersten Fragen in den Sinn:

Was kostet es ein Public Viewing Event zu veranstalten? Für welche Technik muss ich sorgen? Welche Genehmigungen muss ich einholen und wie gehe ich das leidige Thema GEMA an? Um folgende Themen wird es in diesem Blogpost gehen: GEMA, Technik, Genehmigungen, Vorschriften & Auflagen, Lärmschutz und Kosten.

1. GEMA 

Ein Thema das viele Leute abschreckt ein Public Viewing zu veranstalten, ist die GEMA. Das liegt aber hauptsächlich an der Unwissenheit der Leute. Folgendes gilt beim Veranstalten eines Public Viewing Events:

Wenn du in deinem Restaurant, deiner Bar oder deiner Eventlocation zur Übertragung ein Gerät verwendest, welches du bereits bei der GEMA angemeldet hast, dann musst du nichts weiter tun. Baust du jedoch ein gesondertes Gerät auf, wie einen großen Flatscreen oder einen Beamer mit einer Leinwand, welches sonst nicht im Gebrauch ist, dann musst du diese Geräte melden.

Die GEMA hat hier für Events wie den Eurovision Song Contest oder die Fußball-WM gesonderte Tarife erstellt. Welchen Tarif du brauchst, erfährst du hier. Was genau dich das Anmelden eines Gerätes kosten wird, kannst du mit diesem GEMA-Tarifrechner herausfinden.

2. Technik

Egal was du überträgst, du musst für ein gutes Bild und noch besseren Ton sorgen. Folgende Faktoren solltest du dabei bedenken:

Überträgst du tagsüber oder bei Nacht? Das ist vor allem wichtig, da du beispielsweise lichtstärkere Beamer und Projektoren brauchst, wenn du tagsüber im Freien ausstrahlst. Auf der Suche nach dem richtigen Beamer solltest du auf eine möglichst hohe Lumen-Zahl achten. Für Übertragungen in geschlossenen, abgedunkelten Räumen reichen Beamer mit 250-500 Lumen.

Für Screenings bei Tageslicht eignen sich ausschließlich Beamer ab 1000 Lumen. Erst dann haben diese die Lichtkraft gegen das Sonnenlicht anzukommen. Hier eignen sich vielleicht sogar sogenannte LED-Video-Wall-Systeme besser. Diese sind zwar teurer in der Miete, bieten aber aus jedem Winkel und zu jeder Tageszeit ausgezeichnete Bilder.

So berechnest du die ideale Helligkeit:
Vergiss beim Errechnen der benötigten Lumenzahl nicht die Größe der bespielten Leinwand. Denn ganz klar – umso größer die Leinwand, desto mehr Power braucht dein Beamer! Rechne also zum Beispiel: Gewünschte Lumen  (1000 Lumen für Outdoor Event)   x   Bildfläche (in qm).

Überträgst du im Freien? Dann solltest du für einen ausreichenden Schutz deiner Technik sorgen (Wasser- und Sturmschutz) – das kann dich nicht nur bei geliehener Technik teuer zu stehen kommen.

>> Hier sind Event-Technik-Tipps vom Profi!

Kein Public Viewing, außer dem eines Stummfilms, macht ohne Ton Spaß. Sorge also dafür, dass auch der Ton stimmt! Wenn du dir ohnehin Bildtechnik wie Beamer und Leinwände ausleihen wirst, dann erkundige dich gleich bei dem Technikverleih deines Vertrauens nach der benötigten Tontechnik für die Größe deines Events.

Wichtig: Viele Technikverleihe sind für Events wie die Fußball-WM oder den Super Bowl lange im Voraus ausgebucht – sei also schnell und plane frühzeitig!

3. Genehmigungen, Vorschriften & Auflagen

Bei einem Public Viewing Event steht in der Regel die Live-Übertragung eines Fußballspiels, einer TV-Show oder einer Erstausstrahlung im Mittelpunkt. Das bedeutet, dass du dort Inhalte zum Mittelpunkt deines Events machst, für die du vielleicht als Einzel- oder Privatperson gewisse Rechte besitzt – aber nicht, wenn du sie für eine unbestimmte oder bestimmte Menge an Menschen zur Verfügung stellst.

Das Recht, das es beim Public Viewing zu beachten gilt, ist das Urheberrecht. Dieses besagt, dass prinzipiell nur das Sendeunternehmen das Recht zur Weiterverbreitung hat. An dieser Stelle gilt es sich auch zu informieren. Hier eine hilfreiche Faustregel: Ist dein Public Viewing Event ein kommerzielles Event (bei dem du z.B. Eintrittsgelder verlangst), dann musst du Genehmigungen einholen und eventuelle Lizenzen beim Sendeunternehmen kaufen.

Im Falle der Fußball-WM müsstest du ein solches kommerzielles oder besonderes nicht kommerzielles Public Viewing Event zum Beispiel unter diesem Link bei der FIFA melden. Bei der Fußballweltmeisterschaft hat die FIFA ihre eigenen Public Viewing Vorschriften welche du unbedingt lesen solltest. Für die UEFA kannst du diese hier einsehen.

Achtung! Sonderfall FIFA und Sponsorings:
Wenn dein Event nicht kommerziell ist, du also keinen Eintritt verlangst, aber Gelder von Sponsoren für dein Public Viewing Event einnimmst und deren Logo sichtbar platzierst – dann bedarf dies gesonderten Genehmigungen der FIFA. Abhängig von den Sponsoren kann das im „schlimmsten Fall“ sogar bedeuten, dass dir die Übertragung eines WM-Spiels untersagt ist.

4. Lärmschutz

Ein leidiges Thema mit dem jeder Veranstalter sicher schon einmal konfrontiert wurde. Generell solltest du dich bei allen Events und vor allem bei solchen, die draußen stattfinden über die hiesigen Lärmobergrenzen und Ruhezeiten informieren. Diese Informationen findest du in der Regel auf den Webseiten deines zuständigen Amtes oder Bezirks, wie hier für Berlin.

Hier haben wir allerdings gute Nachrichten, wenn du ein Public Viewing zu einer Fußball-WM veranstaltest: Zur Fußball-WM 2018 wurden (nicht zum ersten Mal) die geltende Gesetze gelockert: Du darfst auch dann noch draußen ein Public Viewing Event veranstalten und für erhöhten Lärmpegel sorgen, wenn der Anpfiff eines Spiels nach 20 Uhr passiert. Für Üblich ist 22 Uhr die strenge Lärmobergrenze – bei der WM macht die Bundesregierung hier eine offizielle Ausnahme.

5. Kosten

Es ist schwer allgemeine Kosten für ein Public Viewing zu berechnen, denn das hängt jeweils von der Anzahl an Gästen, der Location, der Technik vor Ort und den Genehmigungen ab. Wenn du für folgende Posten die Mehrkosten addierst, die du neben deinem üblichen Betrieb aufwenden musst, dann hast du bereits eine gute Ahnung was dich die Reise kosten könnte:

Kosten für…

  • Miete/ Kauf von Technik (Boxen, Beamer/Projektor mit geeigneter Lumenzahl, Leinwand, Kabellage, Befestigungen, Wetterschutz, etc.)
  • Miete einer Location
  • mehr Sitzgelegenheiten (Anmieten von extra Stühlen und Tischen, etc.)
  • mehr Personal (Bar, Service, Küche, Technik, Security, etc.)
  • Dekoration
  • eventuelle Genehmigungen, Lizenzen etc.
  • Vermarktung deines Events (Facebook Ads, Druck von Postern/Flyern, etc.)

Fazit zum Public Viewing veranstalten

Okay, das wirkt jetzt erst mal alles kompliziert und vielleicht hast du jetzt schon gar keine Lust mehr darauf ein Public Viewing zu veranstalten. Doch wenn du ohnehin Betreiber einer Location, eines Restaurants oder einer Bar bist – dann hat dir dieser Blogpost vielleicht gezeigt, dass du gar nicht so viel mehr investieren musst um ein cooles Public Viewing zu veranstalten.