Die besten Events fangen nicht immer mit einem Businessplan an. Oft beginnen sie mit einer verrückten Idee. Oder einer Leidenschaft und dem Wunsch diese mit anderen Menschen teilen zu wollen. Und all das passiert meistens, ohne nur einen Hauch von Erfahrung im Eventmanagement zu haben.

Hier ist ein Interview mit zwei Gründern, die ihre gemeinsame Leidenschaft in ein erfolgreiches Event-Business verwandelt haben.

Duncan Wold und Rob Ready sind in jeder Hinsicht erfahrene Event-Profis. Mit fast 30 Events pro Woche, ist ihre Eventlocation PianoFight seit über einem Jahrzehnt der Treffpunkt der Indie und  Art Community in San Francisco.

Im Laufe eines Jahres werden dort über 50.000 Leute empfangen, die lokale Künstler unterstützen möchten — von Musik- über Drag-Performances, bis hin zu Filmvorführungen.

Doch lange bevor sie zu erfolgreichen Veranstaltern wurden, haben die beiden Freunde versucht, sich als Autoren für Sketch-Comedy zu etablieren. In diesem Interview erfährst du, wie Duncan, Rob und ihre Partner ihre Leidenschaft für Theaterproduktionen in ein boomendes Live-Entertainment-Geschäft mit jährlich 1.500 Shows verwandelt haben.

Was hat euch auf die Idee gebracht, eine Eventlocation zu eröffnen?

Duncan: Im Jahr 2007 hat Rob, gemeinsam mit unseren Partnern Danny und Kevin, ein Stück für das kleine Theater namens „Off Market Theatre“ geschrieben und produziert. Zu genau dieser Zeit teilte uns der Manager des Tehatwers mit, dass er bald umziehen wird und, ob wir die Verwaltung der Location nicht übernehmen wollten. Nach kurzem Überlegen – und etwas Whiskey (oder Tequila für Rob) – haben wir die verrückte Idee getroffen, das einfach zu machen.

In den nächsten zwei, drei Jahren haben wir dort viele eigene Shows produziert, aber auch andere lokale Künstler eingeladen. Doch als unser Vermieter der Location die Miete erhöhen wollte, dachten wir das erste Mal über eine eigene Location nach.

Long story short: Wir haben einen geeigneten Veranstaltungsraum gefunden, angemietet und zusätzlich zu unserer Kickstarter-Kampagne weitere 2 Mio. US-Dollar in unserem Freundes- und Familien-Kreis sammeln können. So ist PianoFight entstanden!

Wann wusstet ihr, dass eure Idee ein Riesenerfolg sein wird?

Duncan: Es ist schwierig, den genauen Moment zu bestimmen — auch aufgrund unserer Arbeitsweise. Man könnte uns fast mit einem Hai vergleichen: Haie müssen ständig in Bewegung bleiben, sonst sterben sie. Ungefähr so geht es uns auch!

Im Durchschnitt veranstalten wir 25 – 30 Shows pro Woche und haben alle Hände voll zu tun. Da bleibt einem wenig Zeit zu reflektieren.

Rob: In der Musik- und Kunst- oder Gastronomiebranche (und wir sind in allen drei tätig!) sollte jede Entscheidung ganz genau durchdacht werden. Jeder Schritt in die falsche Richtung könnte das Scheitern bedeuten.

Doch natürlich gibt es Momente, die mich mit Stolz erfüllen: Zum Beispiel als wir eine Spendenaktion für die Opfer der Waldbrände in Kalifornien gestartet haben. Wir hatten eine riesige Show geplant – mit sechs Bands, Drag Burlesque, Stand Up Comedy und Poetry Slam. Am Ende wurden über 6.000 US-Dollar für von den Bränden betroffenen Menschen gesammelt. Wir sind super glücklich, dass wir helfen konnten.

Gab es einen Moment, in dem ihr für eure Idee alles auf eine Karte setzen musstet?

Duncan: Ja, in meinem Fall waren es Glück und richtiges Timing. Als wir anfingen, die Location zu renovieren, habe ich bei einem Startup in Vollzeit gearbeitet. Als es scheiterte, habe ich eine Teilzeitstelle in einem anderen Startup angenommen, sodass ich mehr Zeit in unser eigenes Projekt investieren konnte.

Doch als auch dieses Startup scheiterte, wurde ich vor eine Wahl gestellt: Suche ich mir einen neuen Job oder widme ich meine volle Aufmerksamkeit unserer Idee. Ratet mal welche Entscheidung ich getroffen habe?

Rob: Am Anfang hatte ich mehrere Teilzeitjobs : bei einer Wahlkampagne des Bürgermeisters, im Marketing eines Tanzensembles und bei Z Space, einem Theater in San Francisco.

Außerdem mussten wir endlich mit unserem Veranstaltungsraum fertig werden und das Geschäft zum Laufen bringen. Ab einem bestimmten Moment hat es mich so viel Zeit und Energie gekostet, dass ich den Sprung gewagt habe und mich seitdem vollständig auf unsere Arbeit hier konzentriere.

Was war euer erster großer Misserfolg und was habt ihr daraus gelernt?

Duncan: Um ehrlich zu sein, hat mich früher auch nur das kleinste Problem, das hier auftritt, aus der Ruhe gebracht. Ich muss der Sache sofort auf den Grund gehen und dafür sorgen, dass es nie wieder passiert.

Es kann zum Beispiel vorkommen, dass ein Gast nicht rechtzeitig oder überhaupt nicht erscheint und wir die sogenannten No-Show-Tickets verkaufen müssen.

Das erste Mal, als das passierte, hat sich der Gast um 15 Minuten verspätet und sein Platz wurde bereits vergeben. Doch wie sich herausstellte, hat er extra für die Show eine lange Strecke zurückgelegt und wurde durch einen Notfall auf dem Weg aufgehalten. Ich habe mich schrecklich schlecht gefühlt.

In dieser Nacht habe ich versucht einen Weg zu finden, mit denen solche Situationen vermieden werden können. Seitdem lassen wir immer eine bestimmte Anzahl an Tickets für die Abendkasse übrig, damit so etwas nie wieder vorkommt.

Wie ist euer Geschäft gewachsen und was war die schwierigste Lektion, die ihr auf diesem Weg lernen musstet?

Rob: Wie Duncan bereits sagte, gab es am Anfang nur unsere kleine Gruppe. Es hat vier oder fünf Jahre gedauert, bis wir unsere Idee verwirklicht und PianoFight eröffnet haben. Seitdem sind wir enorm gewachsen.

Jetzt haben wir einen technischen Direktor mit einem vollbesetzten Technikteam. Es gibt ein extra Team, das sich bei jeder Show um die Abendkasse kümmert. Wir selbst übernehmen alle logistischen Aufgaben und überlassen es den Produzenten, sich um das Programm und das Marketing zu kümmern.

Und im vergangenen Jahr haben wir unsere 5.000. Show gefeiert. Kaum zu glauben!

Duncan: Wie das alte Sprichwort besagt: Tue, was du liebst, und du wirst keinen Tag in deinem Leben arbeiten müssen. Rückblickend hat sich meine Sicht darauf jedoch etwas geändert. Denn es trifft in gewisser Weise zu, aber klingt auch irgendwie naiv. Denn sobald deine Leidenschaft zum Beruf wird, wird dein Beruf zu deiner Leidenschaft. Ich sehe das eher so!

Wenn deine Leidenschaft zum Beruf wird, ändert sich deine Beziehung dazu grundlegend. Schon seit 10 Jahren machen wir gemeinsam Kunst, Musik und Sketch-Comedy. Früher war es unser Hobby und wir haben uns dafür nach der Arbeit und am Wochenende getroffen! Aber jetzt verbringe ich meine freien Tage gern woanders.

Ich bin immer noch leidenschaftlich dabei, doch manchmal brauche ich eine Auszeit davon. Versteh mich nicht falsch – Ich liebe meine Arbeit und bin froh, genau das machen zu können. Aber es ist einfach etwas, an das ich mich noch gewöhnen muss. Es hat als etwas angefangen, das wir als Freunde gern unternommen haben, und jetzt ist es eben ein Job.

Rob: Ja, da stimme ich vollkommen zu.

Wenn ihr in die Vergangenheit zurückkehren und euch einen beruflichen Rat geben könntet, welcher wäre das?

Rob: Das Hochstapler-Syndrom (das heißt: Selbstzweifel und Angst beruflich zu versagen) gibt es wirklich. Jeder Künstler wird mal damit konfrontiert und selbst jetzt, wo ich damit meinen Lebensunterhalt verdiene, leide ich darunter.

Wenn ich mir oder jemandem sonst einen Rat geben könnte, dann wäre es, dieses Gefühl so schnell wie möglich zu überwinden. Man sollte an sich und den eigenen Fähigkeiten nicht zweifeln. Denn sie sind gut und je früher man es einsieht, desto schneller kommt man in seiner Karriere voran.

Duncan: Mein Rat an mich wäre: Du bist mehr wert, als du denkst. Finde heraus, was das „in Geld“ bedeutet und wie man damit umgehen sollte. Du musst sagen: „So viel bin ich wert und so viel werde ich verdienen. Dieser Preis muss gezahlt werden, um mein Interesse zu wecken.”

Nach einigen Jahren im Geschäft sind wir zu dieser Erkenntnis gekommen, nachdem wir versucht haben auf andere cool und nicht allzu teuer zu wirken. Aber so kommt man mit seinem Business nicht voran.

Du hast auch eine Leidenschaft, die andere mitreißen wird? Worauf wartest du noch?

Lass dich von Duncan, Rob und ihren Partnern inspirieren – um einer großartigen Geschäftsidee eine Chance zu geben, musst du dich irgendwann ganz darauf einlassen.

Aller Anfang ist schwer und es gibt keine genaue Bedienungsanleitung, um deine Leidenschaft in ein erfolgreiches Event-Geschäft zu verwandeln. Aber zum Glück gibt es genug inspirierende Beispiele, denen du nacheifern kannst!

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