Die besten Events fangen nicht immer mit einem Businessplan an. Oft beginnen sie mit einer verrückten Idee. Oder einer Leidenschaft und dem Wunsch diese mit anderen Menschen zu teilen.

Hier ist ein Interview mit dem Gründer von Kampf der Künste,  der mit seinen mittlerweile über 170 Poetry-Slams pro Jahr, die Slam-Kultur vorantreibt. Von der Artikulationsakkrobatik angezogen bringt Kampf der Künste so Lyrikliebhaber zusammen.

Jan-Oliver Lange hat seine Leidenschaft für Slam-Kultur in ein erfolgreiches Event Business umgewandelt, mit dem er die Herzen des Publikums erreicht. Während Poetry Slam Mitte der 2000er noch einer Subkultur angehörte, machte Jan-Oliver mit Kampf der Künste das Thema Poetry Slam zu einem Trendformat: Über Kinosäle, Theaterbühnen oder den größten Slam der Welt auf der Trabrennbahn Hamburg. Mittlerweile verwandelte er nun sogar die Elbphilharmonie in eine Slam Location und gründete zudem Deutschlands einziges Open Air Poetry Slam-Festival Slamville.

Obwohl der Großteil der Slams in der Kampf der Künste Heimat in Hamburg stattfinden, bringt Jan-Oliver – heute gemeinsam mit Geschäftspartnerin Elisa Fischer – Poetry Slams in 16 weitere Städte.

Was war die initiale Idee hinter Kampf der Künste? 

Jan-Oliver Lange, Gründer von Kampf der Künste

Das waren im Prinzip 2 Momente im Jahr 2005. Hier in Hamburg fand ein großer Slam statt, bei dem die Tickets direkt ausverkauft waren. Da dachte ich mir schon, man könnte ja auch mal einen eigenen Poetry-Slam veranstalten. 

Kurze Zeit später kam es dazu, dass im Zeise Kino, in dem ich zu der Zeit an der Kasse gearbeitet habe, die Spätvorstellung abgeschafft werden sollte. Das schien mir eine einzigartige Möglichkeit (und vor allem passende Location) für einen Poetry-Slam zu sein. Ich war mir ziemlich sicher, dass die späte Uhrzeit den Poetry-Slam Fans sogar zusagen würde. 

Gesagt, getan und ich organisierte meinen ersten Poetry-Slam – und der floppte total! Es waren gerade mal 18 Besucher da. Aber den Leuten, die da waren, gefiel es gut und deswegen haben wir weiter gemacht. Wir, das sind Michel Abdollahi, unser Moderator – und ich. Beim nächsten Mal hatten wir dann auch schon 150 Besucher.

>> Für alle Poetry-Slam Fans: Komm zu den deutschsprachigen Poetry-Slam Meisterschaften nach Berlin. 

Wann wusstest du, dass ihr mit Kampf der Künste einen Erfolg landet?

Ich glaube, das war nach ca. 1,5 Jahren. Wir hatten gerade zum ersten Mal eine Veranstaltung ausverkauft und wussten überhaupt nicht wie wir das geschafft haben. Wir dachten, das sei Zufall, weil wir uns das nicht erklären konnten. Aber als die nächste Veranstaltung dann auch ausverkauft war, war klar:

“Irgendwas scheinen wir mit der Veranstaltung richtigzumachen – irgendwas scheint hier zu funktionieren.”

Gab es einen Moment, in dem ihr für Kampf der Künste alles auf eine Karte setzen musstet?

Das war tatsächlich bei der ersten Veranstaltung im Schauspielhaus. Ins Kino vorher passten ca. 370 Leute rein und das hatten wir schon geschafft auszuverkaufen. Das Schauspielhaus fasste dann aber ganze 1.000 Zuschauer. Da wussten wir, dass wir in Vorleistung gehen müssen und in Marketing investieren müssen.  Ich habe mein gesamtes Erspartes zusammengekratzt und in Werbung für das event investiert.

Das hätte ziemlich nach hinten losgehen können. Zum Glück ist es das aber nicht und die Veranstaltung war dann ein voller Erfolg. Hoch gepokert – und gewonnen!

Ging denn auch mal etwas schief?

Sicherlich. Der größte Misserfolg war wahrscheinlich als wir vor zwei Jahren eine Veranstaltung im Millerntor-Stadion (das Heimatstadion des FC St. Pauli) machen wollten und unser Partner, die das ganze veranstalten sollten, die Genehmigung nicht rechtzeitig bekommen hat. Wir mussten sehr kurzfristig – zwei Tage vorher – in den Stadtpark umziehen.

Das Publikum hat das zwar ganz gut mitgemacht, aber wir haben es noch nicht ganz verkraftet.  Wir schauen von unserem Büro direkt auf das Millerntor- Stadion und werden jeden Tag an diesen Misserfolg erinnert.  

>> Lies hier die Erfolgsgeschichte von „Feel Your Purpose“ – der Eventserie, die Menschen und Unternehmen zu ihrem „Why“ führt

Was war das wichtigste Learning, dass du aus den letzten Jahren Kampf der Künste mitgenommen hast? 

Komfort ist den Leuten wichtig! Das wissen wir seit dem Bunker-Slam im Nachtclub Uebel & Gefährlich in Hamburg. Mittlerweile ist die Konkurrenz für Slams hier in Hamburg ziemlich hoch. Der Bunker-Slam hat das besonders zu spüren bekommen, denn gegenüber den bequemeren Theater-Slams mit Sitzplätzen, musste man im Uebel & Gefährlich eben stehen. Wir haben daraufhin einfach die Frequenz der Bunker-Slams reduziert und sind von einer monatlichen Veranstaltung, auf zweimonatlich heruntergegangen – und es hat geklappt.

Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, welchen Rat würdest du dir selbst bezüglich Kampf der Künste geben? 

Eigentlich würde ich alles noch mal genau so machen. Es gab natürlich Sachen, die wir in der Zwischenzeit ausprobiert haben und die nicht funktioniert haben. Wir hatten zum Beispiel mal versucht eine Partyreihe zu starten oder einen Rap-Slam veranstaltet – beides hat nicht funktioniert. Aber letztlich war es immer total gut, ab und zu mal auf die Schnauze zu fliegen und zu merken, was nicht funktioniert und was doch.

Insofern könnte ich mich vielleicht vor ein paar Fehlern bewahren, wenn ich jetzt mit meinem 2005er-Ich sprechen würde, aber ich glaube Fehler machen gehört absolut dazu. 

Deinen Traum zum Beruf machen? Das kannst auch du!

Jan-Olivers Geschichte von Kampf der Künste ist ein tolles Beispiel dafür, dass man verrückte Ideen manchmal einfach umsetzen sollte. Sie zeigt, dass man mit einer Kombination aus Leidenschaft, viel Arbeit, Selbstvertrauen und Mut ein Event-Geschäftsmodell entwickeln kann.

Hast du auch eine Leidenschaft oder Begeisterung, aus der du gerne mehr machen möchtest? Bist du nach dem Lesen dieser Erfolgsgeschichte umso motivierter, deine Idee endlich anzupacken? Warte nicht mehr ab und beginne sofort und mit vollem Elan! Nutze dazu Eventbrite, um die Leute zu erreichen, die deine Leidenschaft teilen.