Vier Bühnen, über 20 Künstler und eine traumhafte Location: das ist das Panama Open Air! Wir haben uns mit Sandro Heinemann, einem der Veranstalter des elektronischen Festival über Veranstaltungen im Rheinland unterhalten und was passiert, wenn Veranstalter zu schnell, zu viel wollen.

Hallo Sandro, stell dich doch mal kurz vor: Was ist das Panama Open Air und was hast du damit zu tun?
Hallo Josy, das Panama Open Air ist ein elektronisch ausgerichtetes Festival in der Rheinaue in Bonn. Uns gibt es seit 5 Jahren. In diesem Jahr haben wir aber den Sprung zu mehreren Bühnen, einem international bekannten LineUp und Eintritt gewagt. Ich selbst bin Geschäftsführer der RheinEvents GmbH, die gemeinsam mit „Lustig Wandern“ Veranstalter des Panama Open Air ist.

Panama Open Air
Sandro Heinemann

Wie kamt ihr dazu ein Festival zu veranstalten? Das braucht ja nicht nur Zeit, Geld sondern auch besonders viel Mut!
Nun ja, mein Partner Jan Hoffmann und ich haben RheinEvents vor über 6 Jahren gegründet. Wir haben uns stetig weiterentwickelt und mitlerweile ein echt kleines, cooles Team um uns. Wir veranstalten ja nicht nur das Panama Open Air, sondern auch in Kooperation Rhein in Flammen und die ROCKAUE. Darüber hinaus führen wir bis zu 50 weitere Events im Jahr durch. Das war für uns also keine ganz neue Sache 😉

Vergangenes Jahr hat euer Open Air noch kostenlos stattgefunden und dieses Jahr konntet ihr Headliner wie AKA AKA, Lost Frequencies, Sigma, Gestört aber Geil oder Oliver Koletzki für euch gewinnen. Was für eine Entwicklung! Wie kannst du dir das erklären?
Das Panama Open Air gibt es bereits seit vielen Jahren, meistens mit einem national bekannteren Act. Nach dem Wegfall der Rheinkultur 2011 ist in der ganzen Region jedoch ein kleines Vakuum für elektronische Musik entstanden. Das haben wir mit unseren kostenlosen Events in den letzten Jahren versucht aufzufangen. Jetzt war es einfach an der Zeit für die Region wieder ein Festival zu machen, was national vom LineUp konkurrenzfähig ist. Und die Location in der Rheinaue bietet sich hierfür einfach ausgezeichnet an.

Worin liegen die größten Herausforderungen bei der Organisation eines Open Air Festivals wie dem Panama Open Air?
Das ist so schwierig zu beantworten. Insgesamt ist dies sicher die Komplexität der Gesamtheit, die hier die größte Herausforderung stellt. Städtische Auflagen, Booking, Marketing, Ticketing, Presse, Infrastruktur – das alles zusammen macht es so schwer aber auch so interessant.

Wie hilft Eventbrite besonders Festival-Veranstaltern bei diesen Herausforderungen?
In erster Linie hilft Eventbrite natürlich durch die Abnahme des Ticketprozesses, automatisierte Ticketerstellung und Abwicklung mit dem Kunden. Im zweiten Schritt sind die Analysetools von Eventbrite erheblich umfangreicher als die der Mitbewerber.

Was ist das Wichtigste, das ihr nach der Planung von mittlerweile fünf Open Airs gelernt habt und anderen Veranstaltern als Tipp ans Herz legen könnt?
Gesundes Wachstum. Viele Veranstalter wollen oft zu früh zu viel. Damit sind wir in unserem ersten Jahr auch mal auf den Mund gefallen. Aber das hat uns gezeigt, dass man nur das machen soll, worin man Erfahrung und Akquise hat, nur das Geld ausgeben soll, was man auch hat und somit das Risiko des Scheiterns minimieren kann.

Vier Bühnen, über 20 namhafte Künstler und eine traumhafte Location direkt am Wasser – das ist schon wirklich beeindruckend! Wie sehen eure Pläne für die Zukunft des Panama Open Air aus?
Die Location gibt einfach ein riesiges Potential her. Bei der Rheinkultur waren nicht selten 200.000 Menschen. Das wir davon noch weit entfernt sind, ist uns bewusst. Nichtsdestotrotz werden wir versuchen in jedem Jahr etwas zu wachsen, etwas Besseres zu werden und etwas mehr Besucher zu haben.

Ein Ziel ist es in jedem Fall auch die Campingmöglichkeiten in der Rheinaue zu erhöhen, um noch attraktiver für Leute von weiter weg zu sein.
Mit vier Bühnen sind wir aber erst einmal gut aufgestellt. Hier erwarte ich keine großen Sprünge in den nächsten Jahren. Beim LineUp kann man sich hingegen immer noch verbessern.

Zum Abschluss: Bei uns dreht sich alles um Events: Welches Event hat dich zuletzt nachhaltig beeindruckt?

Auch die Frage ist nicht ganz einfach. Ich muss zugeben, dass ich recht selten fremde Events besuche, da hierfür oft die Zeit fehlt und wenn ich am Wochenende mal frei habe, dann genieße ich es auch mal zu Hause zu sein. 

Deshalb würde ich hier Rhein in Flammen nennen. Es ist einfach beeindruckend zu sehen, wenn bis zu 200.000 Menschen mit verschiedensten Hintergründen bei einer Veranstaltung gemeinsam feiern. Dafür macht man doch Events und das ist doch der Reiz einer jeden Veranstaltung.