Die Zukunft klopft nicht nur an die Tür, in vielen Bereichen ist sie schon da. So ist beispielsweise Face oder Facial Recognition (zu deutsch: Gesichtserkennung) spätestens seit Vorstellung des iPhoneX im Mainstream angekommen. Nachdem wir zuvor mit unserem einzigartigen Fingerabdruck das Smartphone entsperren konnten, ist das nun auch dank Gesichts-Scan möglich. Und obwohl diese Technologie noch nicht fehlerfrei funktioniert, Gesichtserkennung wird unsere Welt ein weiteres Mal auf den Kopf stellen.

In manchen Ländern ist Gesichtserkennung bereits etabliert. In China wird sie beispielsweise bereits als Eintrittskontrolle zu Mietshäusern oder Studentenheimen genutzt. Oder um zu kontrollieren, ob Angestellte ihre Pausenzeiten einhalten. Besonders skurril: Um auf Toiletten den Verbrauch von Toilettenpapier zu kontrollieren.

In Dubai wird Gesichtserkennung, genauer gesagt Iris-Erkennung, auf dem Flughafen für die Passagierkontrolle genutzt. Seit Januar 2018 scannen dort 100 Terminals die Augen der Reisenden. Und ab Sommer 2018 sollen dort Gesichter erkannt werden, indem Passagiere durch ein großes Aquarium laufen. Die Fische und Pflanzen in diesem Becken verleiten automatisch dazu, in alle Richtungen zu schauen. So ist eine “rundum” Gesichtserkennung möglich. Auch an deutschen Flughäfen wird Gesichtserkennung bereits mit Hilfe des vorgelegten Personalausweises genutzt.

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Regierungen, die sich diese Technologie leisten können, nutzen sie bereits. Und sie investieren enorme Summen in deren Weiterentwicklung und Einsatz – Stichwort: Terrorgefahr.

Auch Facebook, der Name legt es nahe, hat heutzutage ebenfalls eine eingebaute Gesichtserkennung. Möchtest du, dass Facebook dich auf Fotos und in Videos erkennt? Schau doch einfach mal nach, was bei dir eingestellt ist > Einstellungen > Gesichtserkennung.

Du siehst, Gesichtserkennung ist in unserer Welt angekommen. Ganz klar also, dass diese Technologie auch auf Events einen großen Einfluss haben wird.

Gesichtserkennung auf Events

Nicht nur in den USA oder in Asien, auch in Deutschland und in der deutschsprachigen MICE-Welt hat die Gesichtserkennung Einzug gehalten. Auf dem diesjährigen ITB MICE Day setzte der Verband der Veranstaltungsorganisatoren e.V. Face Recognition für die Einlasskontrolle ein. Mittlerweile gibt es auch die ersten Technologien, die erkennen, welche Emotionen wir zeigen.

Emotion Tracking auf Events

Wenn wir die Emotionen unserer Teilnehmer in Echtzeit erkennen und tracken könnten, bräuchten wir keine Feedbackbögen mehr, oder? Papierbögen oder Online-Evaluationen könnten der Vergangenheit angehören. Wie wichtig das Feedback deiner Teilnehmer für dich als Eventmanager sind, muss hier glaube ich gar nicht betonen. Und du weisst bestimmt aus eigener Erfahrung, dass die Rückläuferquote so gut wie nie bei 100% liegt. Mit einer wirklich ausgereiften Gesichtserkennung könnte das anders werden.

Die höhere Feedbackquote

Je besser die Gesichtserkennung und das Emotion Tracking Software wird, desto eher kann diese traditionelle Feedbackbögen ersetzen. Als Eventmanager könntest du dann die Daten von Kameras auf deinem Event auswerten. Du bist also nicht mehr davon abhängig, ob deine Teilnehmer überhaupt Feedback geben wollen.

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Feedback überall und in Echtzeit

Dank Gesichtserkennung könntest du das Feedback deiner Teilnehmer an vielen Touchpoints und in Echtzeit erhalten. Bisher kannst du meist erst beim nächsten Event das Feedback berücksichtigen. Mit Gesichtserkennung jedoch wären schon während des Events Gegenmaßnahmen möglich. Du könntest erkennen, welcher Speaker oder Künstler wirklich begeistert und welches Eventformat einfach einschläfernd wirkt.

Wer genau hinschaut, kann das natürlich schon heute selbst erkennen. Doch bist du immer in allen Räumen, an allen Warteschlangen, bei jedem Vortrag oder auch in der letzten Reihe eines Events dabei? Eben! Mir erscheint das überall-von-allen-Echtzeit-Feedback als ein enormer Vorteil gegenüber den klassischen Evaluationsmethoden. Immer vorausgesetzt, die erfassten Emotionen sind auch wirklich korrekt erfasst und interpretiert.

Der verantwortungsvolle Einsatz der Technologie

Natürlich wird diese enorme und automatische Datenverarbeitung umstritten sein. Menschen haben ein Recht auf Anonymität und die wird mit der Gesichtserkennung einfach vom Tisch gefegt. Mit dieser Technologie weisst du ganz genau, wer, wann, was tut und wie er sich dabei fühlt. Allerdings mit Blick auf Sicherheit bei Veranstaltungen können Face Recognition und Emotion Tracking sehr hilfreich sein und könnten sogar lebensgefährliche Vorfälle verhindern. Jedoch weisst du dann wahrscheinlich immer noch nicht, warum Teilnehmer bestimmte Ereignisse als negativ empfinden. Dazu kommt: Es gibt auch die “dunkle Seite” der Datenerhebung und -verarbeitung.

Spätestens seit dem 25. Mai 2018 sind uns Begriffe wie Datenschutz und Privatsphäre nur zu gut bekannt. Allerspätestens seit diesem Tag musst auch du als Eventmanager mit Daten vertrauensvoll umgehen. Das wird bei Gesichtserkennung nicht anders sein. Im Gegenteil.

Wahrscheinlich wird die Diskussion um diesen Technikeinsatz noch viel größer werden. Als Eventmanager musst du die Daten vertrauensvoll erheben, speichern und nutzen. Du musst sicherstellen, dass weder du noch deine Dienstleister diese Daten weitergeben. Im schlimmsten Falle geraten diese Daten in die Hände einiger weniger, die diese Macht zu ihren Gunsten ausnutzen könnten.

Egal ob du heute Daten über deine Online-Anmeldetools oder später mit Gesichtserkennungstechnologie sammelst: Schaffe Vertrauen, indem du ehrlich und offen kommunizierst, was mit den Daten passiert. Gibst du sie an Sponsoren und Partner weiter, musst du das vorher klar sagen. Am besten gibst du die Daten einfach nicht weiter und erbringst Leistungen im Namen deiner Sponsoren oder Partner.

Behältst du die Daten selbst in anonymisierter Form oder löschst du sie, informiere ebenfalls darüber. Sei so transparent, wie möglich und liefere einen klaren Nutzen für Teilnehmer. Andernfalls werden sie wohl kaum dem Technikeinsatz zustimmen oder einfach von deinem Event fernbleiben.

Fazit zu Gesichtserkennung und Emotion Tracking

Gesichtserkennung und Emotion Tracking sind natürlich noch kein Standard bei Events. Allerdings werden wir in den nächsten Jahren ganz bestimmt interessante Anwendungsbeispiele in unserer Branche beobachten können. Sind wir gespannt drauf!