Die besten Events fangen nicht immer mit einem Businessplan an. Oft beginnen sie mit einer verrückten Idee. Oder einer Leidenschaft und dem Wunsch diese mit anderen Menschen zu teilen.

Hier ist ein Interview mit einem der beiden Gründer von Megamarsch. Megamarsch bedeutet 100 km in einer 24 Stunden Wanderung, oder 50 km in zwölf Stunden. Tausende Trekking-Fans gehen bereits in 18 deutschen Städten gemeinsam mit Megamarsch auf Wanderung.

Hier kommen alle Teilnehmer körperlich und auch mental an ihre Grenzen. Genau das hebt Megamarsch von den anderen Sportveranstaltungen da draußen ab. Den beiden Gründern Marco Kamischke und Frederick Hüpkes ist es wichtig, dass es nicht um den Wettkampf untereinander geht, sondern darum, sich selbst herauszufordern während man sich gegenseitig unterstützt.

So entstand auch der erste Megamarsch: Die beiden wollten sich selbst herausfordern. Zu dem Zeitpunkt wussten sie allerdings noch nicht, was sich daraus entwickeln würde und wie sie sich plötzlich einer viel größeren Herausforderung gegenüber sehen würden. So groß sogar, dass sie an ihrem ersten Megamarsch, vor lauter Arbeit selbst gar nicht teilnehmen konnten. Wie das alles geschah, liest du hier:

Wie kam es zu der Gründung von Megamarsch? 

Im Prinzip war das so eine Bier-Idee unter Freunden – wir wollten einfach mal etwas Verrücktes machen. Ich hatte mich damals gerade für meinen ersten Marathon angemeldet und habe versucht meinen Kumpel Frederick auch dafür zu motivieren. Er ließ sich aber nicht zum Laufen überreden und irgendwie kamen wir so auf das Thema Gehen. Es ging uns dabei aber um eine echte Herausforderung und so wurden es 100 Kilometer.

Marco Karmischke beim Megamarsch in Stuttgart

Wir haben das dann einfach gemacht, ohne jemals so eine Veranstaltung besucht zu haben oder das zu kennen. Später haben wir herausgefunden, dass es so etwas zwar gibt, aber nicht als Veranstaltungsserie. Wir dachten “Komm, lass uns doch mal schauen, ob jemand mitgehen will und dann machen wir das.”

So entstand also 2016 der Megamarsch Köln als unser allererstes Event. Wir hatten so mit 20 bis 30 Teilnehmern gerechnet. Aber dann haben sich plötzlich 200 Leute angemeldet – schon bei der allerersten Veranstaltung. Ganz ohne Marketing. Das einzige, was es gab, war ein Facebook Event. Die Leute haben ihre Freunde eingeladen und die wiederum ihre, ein echtes Lauffeuer. Damit haben wir nicht gerechnet.

Bei 200 Teilnehmern waren wir dann an dem  Punkt angekommen, an dem wir Schluss machen mussten. Es war schließlich unser erstes Event! So kam es, dass wir 600 Leute auf die Warteliste setzen mussten.  

Wann wusstet ihr, dass Megamarsch ein Erfolg wird?

Mit dem Moment als wir gesehen haben, dass wildfremde Leute wiederum ihre Freunde zu unserem Facebook-Event einluden, ohne, dass wir auch nur einen Euro in Marketing investiert hatten. Ab da war uns klar, dass es einen Bedarf an solchen Events zu geben scheint und dann haben wir gesagt: „Was hier funktioniert, sollte in ganz Deutschland funktionieren.“ Und dann haben wir’s einfach gemacht. Wir gingen nach Hamburg, daraufhin nach München, Frankfurt, Berlin und in immer mehr Städte. Mittlerweile sind wir sogar in Österreich und auf Mallorca.

Dabei hat jeder Marsch seinen ganz eigenen Charme. Von der Landschaftlich und auch vom Schwierigkeitsgrad her sind alle sehr verschieden und so ist für jeden irgendwo der richtige Marsch dabei. Einige unserer Teilnehmer „sammeln“ die Märsche auch, dafür haben wir dann einen Pass, auf dem abgestempelt wird.

Gab es einen Moment, in dem ihr für Megamarsch alles auf eine Karte setzen musstet?

Ja, direkt am Anfang, als wir gemerkt haben, dass das ebenso gut ankommt. Da haben wir uns hingesetzt und einfach jede große Stadt in Deutschland recherchiert und geschaut, wo es dort coole Wanderwege gibt.

Uns war klar: wir machen das jetzt!

So haben wir auch entschieden, immer gleich mit 1000 Teilnehmern zu rechnen und alles auf eine Karte zu setzten. Und das ging auf – die Veranstaltungen sind im ersten Jahr immer gleich ausverkauft gewesen.

>> Und wie die Erfolgsgeschichte der German Comic Con aussah? Liest du hier

Gab es den einen großen Misserfolg in der Geschichte der Megamärsche?

Wir hatten das Glück, dass wir noch nie eine Veranstaltung absagen mussten. Ich glaube sicher, dass das einen Rückschlag für uns bedeuten würde. Wobei wir mittlerweile auch da sagen würden, das kann eben passieren und als Outdoor-Veranstalter sind wir sowieso komplett vom Wetter abhängig. 

Aber, einen richtigen Rückschlag hatten wir – zum Glück – noch nicht. Wir haben natürlich die ganz normalen Ups & Downs und verbessern uns ständig. Vor allem, wenn es um das Thema Behörden und Genehmigungen geht, gibt es immer wieder Neues zu lernen.

Was war das wichtigste Learning, dass ihr aus den letzten Jahren Megamarsch mitgenommen habt? 

Einige Male hatten wir das jetzt schon, dass wir unsere geplante Route in den letzten zwei Wochen vor dem Event umschwenken mussten, weil die Strecke über Privatbesitz verlief. Wir sind schon sehr abhängig von der Gunst der Eigentümer, die manchmal nicht wollen, dass tausende von Menschen innerhalb von wenigen Stunden über ihr Grundstück laufen. Auch wenn diese Gebiete eigentlich für Wanderer freigegeben sind, aber haben wir als Veranstaltung leider nicht das Recht, unsere Leute darüber führen zu dürfen. Das bedarf bestimmter Genehmigungen. 

Das war schon wichtig zu lernen. Obwohl die Stadt sagt “Ja, ihr dürft durch den Wald”, können Privatleute eben immer noch sagen “Nein, wir möchten das aber nicht.” Unser Learning hier war, dass gerade solche kritischen Abschnitte (die leider häufig auch die schönsten sind) im Vorfeld viel besser abgeklopft werden müssen. 

Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, welchen Rat würdest du euch bezüglich Megamarsch geben?

Ich glaube für den Anfang haben wir schon vieles richtig gemacht. Doch ich denke, wir hatten auch viel Glück. Von daher könnte ich mir fast nur raten, eigentlich alles noch einmal genau so zu machen. Ich würde sagen “Ey, ihr seid auf einem guten Weg, macht’s einfach und lasst euch nicht unterkriegen!” So wie wir es ja tatsächlich auch gemacht haben. Es gibt keine große Reue.

Natürlich war es riskant aus einer Idee, direkt ein Unternehmen zu machen und Leute einzustellen. Denn dann geht es nicht mehr nur um dich und den Erfolg deiner Idee, sondern du bist verantwortlich für andere Leute. Da habe ich viel gelernt und mich aber auch viel weitergebildet. 

Harte Arbeit, Motivation und die richtigen Weiterbildungen – so schafft man das! 

Deinen Traum zum Beruf machen? Das kannst auch du!

Marco und Fredericks Geschichte des Megamarschs, ist ein tolles Beispiel dafür, dass man verrückte Ideen manchmal einfach umsetzen sollte. Sie zeigt, dass man mit einer Kombination aus Leidenschaft, viel Arbeit, Selbstvertrauen und Mut ein Event-Geschäftsmodell entwickeln kann.

Hast du auch eine Leidenschaft oder Begeisterung, aus der du gerne mehr machen möchtest? Bist du nach dem Lesen dieser Erfolgsgeschichte umso motivierter, deine Idee endlich anzupacken? Warte nicht mehr ab und beginne sofort und mit vollem Elan! Nutze dazu Eventbrite, um die Leute zu erreichen, die deine Leidenschaft teilen.