Fünf Workshop Methoden, die deine Teilnehmer motivieren!

Workshops sind ein hilfreiches Eventformat, um bestimmte Ergebnisse zu erarbeiten und sich mit vollem Bewusstsein auf eine Problemstellung zu konzentrieren. Doch Workshop ist nicht gleich Workshop und obwohl die meisten Unternehmen Workshop Methoden wie “Mindmapping” oder “SWOT-Analysen” verinnerlicht haben, gibt es eine ganze Reihe innovativer und effizienter Formate, die deinen Teilnehmern sicherlich gefallen werden.

Wir stellen fünf Workshop Methoden vor, mit denen du und deine Teilnehmer nicht nur gezielt arbeiten, sondern dabei auch noch Spaß haben werden!

1. Workshop Methode „Six Thinking Hats“

2. Workshop Methode „World Café“

3. Workshop Methode „Open Space“

4. Workshop Methode „Fishbowl“

5. Workshop Methode „Lego Serious Play“

6. Workshop Methoden für Design Thinking

7. Workshop Methoden für Teambuilding

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1. Workshop Methode „Six Thinking Hats“

Geeignet für: 6-18 Teilnehmer

Anzahl der Runden: 1 oder mehr

Dauer der Runden: flexibel

Thema: streng vorgegeben

Bei der Six Thinking Hats Workshop Methode handelt es sich um eine Gruppendiskussion mit Rollenspiel. Sie eignet sich besonders gut, um den kreativen Denkprozess anzustoßen und neue Ideen zu finden bzw. Meinungen zu bilden, denn die Teilnehmer werden gezwungen eine neue Sichtweise einzunehmen und zu vertreten.

Der Ablauf  bei dieser Workshop Methode ist wie folgt: allen Teilnehmer wird eine Grundeinstellung zugeordnet, welche durch Hüte verschiedener Farben repräsentiert wird (man kann auch Armbänder, Karteikarten oder Ähnliches nehmen). Dann beginnt die Gruppe eine bestimmte Fragestellung zu diskutieren und jeder Teilnehmer vertritt seine jeweilige Sichtweise.

Die einzelnen Rollen sind wie folgt zugeordnet:

  • Weiß steht für analytisches Denken, Urteile ohne Vorurteile und Fakten.
  • Rot steht für emotionales Denken, Gefühle und Meinungen und bildet das Gegenstück zum weißen Hut.
  • Schwarz steht für kritisches Denken, Skepsis und ein Fokus auf den Schwächen und potenzielle Risiken: Was ist das Worst-Case Szenario?
  • Gelb steht für Optimismus und konzentriert sich ausschließlich auf die Stärken und Chancen: Was ist das Best-Case Szenario?
  • Grün steht für Kreativität und kombiniert die Ideen der Gruppe, bringt neue, teils provokante oder verrückte Ideen ein.
  • Blau steht für die Vogelperspektive in der Gruppe – diese Person behält den Überblick, moderiert die Diskussion und fasst an einigen Stellen zusammen.

In verschiedenen Ausführungen der Six Thinking Hats Workshop Methode werden Hüte nach einer bestimmten Zeit und zwischen bestimmten Paaren getauscht (zum Beispiel Schwarz mit Gelb oder Weiß mit Rot).

Diese Workshop Methode ist perfekt dafür geeignet, um Mitglieder verschiedener Teams zu helfen, sich in die andere Person hineinzuversetzen. Außerdem äußern Leute bei dieser Methode häufig ihre Meinung, ohne Angst davor zu haben, denn sie spielen in diesem Fall nur ihre “Rolle”. Bei mehr als sechs Personen können alle Farben bis auf Blau mehrfach vergeben werden, aber bei größeren Gruppen macht es Sinn, sich in Kleingruppen aufzuteilen und die Gruppen nach und nach zu vermischen.

>> Mit diesen Ideen kannst du dein Workshop aufpeppen!

2. Workshop Methode „World Café“

Geeignet für: 12-50 Teilnehmer

Anzahl der Runden: 3 oder mehr

Dauer der Runden: 20-25 Minuten

Thema: streng vorgegeben

Bei dieser Workshop Methode werden die Teilnehmer in kleine Gruppen aufgeteilt (bis zu 5 Personen pro Gruppe). Der Moderator heißt sie alle in seinem Café willkommen und kreiert somit eine entspannte, spielerische Atmosphäre.

Im Anschluss müssen die Gruppen sich mit einer Frage oder einem Problem an ihren Tischen beschäftigen und halten ihre Ergebnisse anschaulich fest (z. B. auf einem Flipchart oder einer beschreibbaren Tischdecke). Idealerweise sollten die Ergebnisse und Notizen für dazustoßende Teilnehmer verständlich sein.

Nach ca. 20 Minuten endet die erste Runde und alle Teilnehmer, bis auf einen, ziehen an verschiedene Tische um. Der verbleibende Teilnehmer wird zum “Gastgeber”, der die nächste Gruppe in die Ergebnisse der ersten einführt und kontrolliert, dass diese Punkte weiterentwickelt werden. Der Workshop endet nach 2 oder 3 Runden mit einer Präsentation aller “Tischdecken”, die in mehreren Kombinationen erarbeitet wurden.

Unser Geheimtipp: Eine angenehme und lockere Umgebung ist förderlich für Kreativität und Ideen, ganz klar. Überlege also, deinen Workshop in einem für euch bereitgestellten Café, bei gutem Wetter gern auch draußen zu organisieren.

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3. Workshop Methode „Open Space“

Geeignet für: 50-2.000 Teilnehmer

Anzahl der Runden: flexibel

Dauer der Runden: flexibel

Thema: richtungsweisend vorgegeben

Die Open Space Workshop Methode ist zwar weniger spielerisch, dafür aber sehr effektiv. Sie ist sehr gut geeignet um mit sehr großen Gruppen und flexiblen Themen zurechtzukommen. Entscheidend ist bei dieser Workshop Methode, dass das Format inhaltlich offen ist: weder die Tagesordnung, noch die Ergebnisse, auf die hingearbeitet werden soll sind vorgegeben. Es wird lediglich ein breites Thema bestimmt, wie zum Beispiel “Global Warming bekämpfen”, und die Teilnehmer geben eigene Ideen ins Plenum.

Dann bilden sich Arbeitsgruppen, die flexibel miteinander Ansätze weiter erarbeiten. Um beim Beispiel zu bleiben, kann man sich vorstellen, dass sich eine politische Gruppe bildet, die Gesetzesänderungen diskutieren will, und eine andere Gruppe, die wirtschaftliche Lösungsansätze ausarbeiten möchte. Die Ergebnisse werden am Schluss gesammelt und im Plenum von einem Gruppenleiter vorgetragen.

Bei der Open Space Methode ist zu beachten, dass die Infrastruktur gegeben sein muss: das beinhaltet einen großen Raum mit genug Sitzplätzen, sowie Rückzugsmöglichkeiten für die Arbeitsgruppen. Diese Workshop Methode kann in kurzer Zeit viele verschiedene und kreative Lösungsansätze für ein Problem finden, denn es ist im Prinzip ein großer Massenbrainstorm. Außerdem lebt ein Open Space Workshop davon, dass möglichst viele unterschiedliche Teilnehmer eingeladen werden, die motiviert sind und sich betroffen fühlen.

Einige weitere Regeln:

  • Wenn ein Teilnehmer genug zu einer Gruppe beigetragen hat und die Arbeitsgruppe wechseln möchte, kann er dies gerne tun. Es sollte nur sichergestellt werden, dass ein Gruppenleiter die Ergebnisse notiert und vorträgt.
  • Open Space Workshops dauern in der Regel 2,5 Tage: Am ersten Tag lernen sich alle kennen, besprechen das Thema, wieso es wichtig ist, und bilden Arbeitsgruppen. Am zweiten Tag erarbeiten die Gruppen ihre Ansätze. Am letzten Tag werden vormittags Ergebnisse präsentiert und nächste Schritte besprochen.

Diese Workshop Methode ist keinesfalls ein einfaches Format, aber sie mobilisiert viele kreative und motivierte Menschen und ermöglicht dadurch unerwartete Ergebnisse.

>>  Alles rund um die Planung eines Innovationsworkshops findest du hier!

4. Workshop Methode „Fishbowl“

Geeignet für: Gruppen ab 10 – 15 Teilnehmern

Dauer der Diskussion: 30 – 45 Minuten

Thema: vorgegeben

Die Fishbowl Methode funktioniert wie folgt: Es werden zwei Sitzkreise gebaut – ein kleiner Innenkreis für die Diskutierenden und ein großer Außenkreis für alle Zuhörer. Zu der Kerngruppe wird zusätzlich ein leerer Stuhl gestellt, der vorerst frei bleibt.

Ähnlich wie bei einer Podiumsdiskussion werden hier 3 – 5 Teilnehmer für die Kerngruppe, die im Innenkreis sitzt und zu dem vorgegebenen Thema diskutiert, ausgewählt. Der Rest der Gruppe bleibt im Außenkreis, hört der Diskussion zu und macht sich Notizen. Möchte einer der Zuhörer zu einem der genannten Argumente beitragen oder es kommentieren, setzt er sich an den freien Stuhl im Innenkreis und macht solange mit, bis er fertig ist.

Allgemein, darf jeder den Innenkreis verlassen und somit von einem anderen Teilnehmer abgelöst werden. Diese Struktur ist wichtig, um zu dem Gespräch neue Impulse und Perspektiven von Außen beizusteuern.

Ein deutlicher Vorteil dieser Workshop Methode ist, dass man ihr sehr einfach folgen kann. Dank der geringen Anzahl der Diskutierenden bleibt sie überschaubar und doch für jeden zugänglich.

Um am Ende ein produktives Ergebnis erzielen zu können, sind zwei Faktoren wichtig: Erstens, sollte die Frage der Diskussion offen gestellt werden, ohne bestimmte Richtungen vorzugeben. Zweitens, je besser sich die Teilnehmer auf das Thema vorbereiten, desto interessanter und begründeter können sie argumentieren.

Generell, funktioniert die Fishbowl Workshop Methode am besten bei Themen, wo sich starke Meinungsdifferenzen und verschiedene Perspektive bilden können.

>> Beginnsersguide: Workshop vorbereiten und durchführen: Alles was du wissen musst

5. Workshop Methode „Lego Serious Play“

Geeignet für: Gruppen aus max. 12 Teilnehmer pro einen Moderator

Anzahl der Runden: flexibel

Thema: streng vorgegeben

Diese Workshops Methode wird allen Mitspielern Spaß machen: Für sie braucht man nicht künstlerisch talentiert zu sein, sie ist einfach und gibt jedem Teilnehmer die Möglichkeit zum gemeinsamen Ergebnis beizutragen.

Das Ziel hier ist durch vereinfachte, 3D-Lego-Modelle eine optimale Lösung für die gestellte Frage zu finden.

Je nachdem wie komplex das Problem ist, wird auch der genaue Ablauf des Workshops strukturiert. Doch allgemein funktioniert die Lego Serious Play  (LSP) Methode so:

Nachdem die Fragestellung erörtert und alle Unklarheiten beseitigt wurden, baut jeder Teilnehmer sein individuelles 3D-Modell. Dafür stehen der Gruppe auf das Thema abgestimmte Legosteine zur Verfügung. Anhand der Modelle, erklären alle Workshop-Teilnehmer ihre Ideen, die dann in der Gruppe diskutiert und eventuell optimiert werden.  Der zertifizierte LSP-Facilitator lenkt die Diskussion in die richtige Richtung und begleitet die Gruppe auf dem Weg zur finalen Lösung der Frage.

Für komplexere Fragestellungen gibt es außerdem weitere Methoden, die verwendet werden können: z. B. gemeinsam mit der Gruppe die individuellen Modelle ergänzen, verschiedene Lösungen physisch verbinden oder testen, ob sie sich bei bestimmten Umständen oder Ereignissen als geeignet erweisen würden.

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Zusätzlich zu diesen fünf Methoden gibt es genug weitere Ideen, die du dir unbedingt anschauen solltest:

6. Workshop Methoden für Design Thinking

  1. Tipps zur Gestaltung und Durchführung eines Design Thinking Workshops von Salesforce
  2. Kreative Workshop Methoden von Design Kit
  3. Workshop Methoden für kreative Lösungen von DIY Toolkit

7. Workshop Methoden für Teambuilding

  1. Übungen für einen besseren Teamgeist von Lecturio
  2. Workshop Methoden für produktive Teams und gegenseitige Unterstützung von WorkshopBank

Diese Seiten sind meine persönlichen Favoriten, die Workshop Methoden zu verschiedensten Themen zusammenfassen und dir einen guten Überblick bei der Planung verschaffen:

  1. Allein das Durchstöbern der Seite macht Spaß. Ideen von Toolbox von Hyper Island, um das Potenzial der Workshop-Teilnehmer zu entfalten
  2. Detaillierter Bauplan und Werkzeuge für erfolgreiche Workshops von Stimmt
  3. Techniken und Tipps für erfolgreiche Workshop-Moderation von Seeds For Change

Fazit zu Workshop Methoden

Sicherlich hast du schon mal festgestellt, dass man am besten lernen kann, wenn man Spaß an dem Thema oder dem Lernprozess hat. Denk daran, wenn du deinen nächsten Workshop planst!

Mit vorgestellten Workshop Methoden wirst du deine Teilnehmer aktiv in das Geschehen miteinbeziehen. So können sie in neue, für sie ungewöhnliche Rollen schlüpfen und im besten Fall kommen dabei ganz spannende Ergebnisse raus. Viel Spaß!