Noch vor wenigen Jahren waren Konferenzen in der Regel eine recht dröge Angelegenheit – zumindest wenn es um die Aufmachung der Location und der Bühne ging. Die Inhalte auf der Bühne standen bei Business-Konferenzen bis jetzt immer im Mittelpunkt. Ob das Ganze im Konferenzraum eines Hotels stattfand oder in einer kreativen Offlocation, spielte keine allzu große Rolle. 

Doch dann hat sich etwas geändert. Vor ein paar Jahren haben sich Business-Konferenzen zu mehr als nur reinen Veranstaltungen zur Wissensvermittlung entwickelt. Auf einmal gab es auch in Deutschland große Event-Formate mit einigen Tausend Teilnehmern, die dafür sorgten, dass die Veranstaltung selbst zu einem echten Erlebnis wurde.

Das Phänomen Business-Festival

Aus reinem Wissenstransfer entstanden Business-Festivals. Die Grenzen zwischen Festival und Konferenz wurden aufgebrochen: mehrere Bühnen, jeden Abend eine Party bis in die frühen Morgenstunden und Live-Musik-Acts zwischen den Speakings. Auch die Motivation für die Teilnahme an solchen Konferenzen hat sich gewandelt. Wo man früher widerwillig vom Arbeitgeber aus Fortbildungsgründen zu einer staubigen Dreitageskonferenz geschickt wurde, betteln Mitarbeiter heute, auf diese neuen Super-Konferenzen gehen zu dürfen. 

Dieser Wandel vollzog sich zuallererst im Programm der Veranstaltungen selbst. Die Speaker-Buchungen der Veranstalter wurden immer hochkarätiger. Der Fokus richtete sich dabei vor allem auf die Bekanntheit des jeweiligen Speakers. Es wurden echte Publikumsmagneten auf die Bühne geholt – vom Hollywoodstar bis hin zum Unicorn-Gründer oder Star-Investor.

Vorträge mit Pyrotechnik: Konferenz als Show-Spektakel

Gleichzeitig wurde aus einem Konferenz-Set-up eine echte Show-Produktion. Das Bühnen-Set-up wurde immer spektakulärer und das Rahmenprogramm immer außergewöhnlicher. Lichteffekte, Pyrotechnik: Das einst spießige Konferenz-Set-up muss sich vor großen Musikkonzerten längst nicht mehr verstecken. 

Und das ist auch direkt das nächste Stichwort: Musik. Musik-Performances gehören heute nicht mehr nur auf Festivals, sondern auch auf die großen Konferenzen. Teilweise werden sogar international bekannte Bands für einen Auftritt im Rahmen des Konferenzprogramms gebucht – gerne auch für eine spektakuläre Abschlussfeier zum Ende des Programms. 

Doch woher kommt der Trend?

Der Ursprung liegt wohl tatsächlich im Tech- und Start-up-Bereich. Internationale Großevents, wie die SXSW in Austin, der Web Summit in Lissabon oder auch die Slush in Helsinki, haben es vorgemacht: Das Ganze muss ein großes Spektakel sein, wenn es sich von der Masse abheben soll. 

Genau das ist wohl auch die Ursache für diesen Trend: Die Masse an Veranstaltungen, die ähnliche Zielgruppen ansprechen, ist inzwischen auch in Deutschland fast unüberblickbar groß. Gerade wenn es um Technologie-, Start-up-, Entrepreneurship-, Marketing- und Digitalisierungsthemen geht, sind die Formate in den letzten Jahren in großer Anzahl entstanden. Und das ist auch gar nicht schlecht. Generell ist dieser Trend eher positiv als negativ zu bewerten. 

Wusstest du, dass …

… der Global Visitor Insights Report von 2019 ergeben hat, dass sich ein Viertel der europäischen Konferenzbesucher mehr Entertainment wünscht? Und sogar 22 % von ihnen würden sich freuen, wenn Konferenzen eher wie Festivals wären. 

Was in anderen Ländern schon lange normal war, ist nun auch hierzulande zum Standard geworden. Die Zeiten der langweiligen Konferenzformate sind vorbei. Kreativität und Mut sind gefragt, wenn es darum geht, eine Veranstaltung zu konzipieren, die den Teilnehmern wirklich im Gedächtnis bleiben soll – und das freut am Ende des Tages insbesondere den Teilnehmer, der sich von klassischen Formaten schon lange nicht mehr beeindrucken lässt.

Fazit

Als Veranstalter ist der Trend der Festivalisierung gleichzeitig mit Vorsicht zu genießen. Durch die beschriebenen Entwicklungen steigen auch die Kosten – und das teilweise in astronomische Höhen. Hochkarätige Speaker veranschlagen oftmals sehr hohe Honorare, die bis in den sechsstelligen Bereich gehen können. Ein innovatives Bühnen-Set-up hebt die Gesamtkosten ebenfalls deutlich an. Man sollte die Gesamtkalkulation deshalb immer im Blick behalten, um eine Schieflage zu vermeiden. Viel zu leicht lässt man sich sonst von all den neuen Möglichkeiten und kreativen Ideen blenden – und zahlt am Ende des Tages drauf.

Willst du wissen, wie du diesen Trend umsetzt und welche Veranstalter es schon richtig machen? Dann sieh dir unsere Top-Konferenz-Trends aus Deutschland an.