Schon vor 30 Jahren heißt es zum Thema Brandschutz in einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster:

“Dass in vielen Gebäuden jahrzehntelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern ist ein Glücksfall, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss.“

Und du willst doch nicht die Gesundheit deiner Teilnehmer oder die Existenz deiner Eventlocation vom Glück abhängig machen, oder? Eben! Genau deshalb haben wir für dich einige wichtige Punkte in Sachen Brandschutz zusammengestellt. Außerdem empfehlen wir dir, befrage weitere Experten und besuche Seminare zu diesem Thema. Zum Beispiel die vom TÜV oder bei DEAplus

Aber was ist überhaupt Brandschutz?

Zum Brandschutz gehören alle Maßnahmen, die

  • Brände verhindern bzw. deren Ausbreitung vorbeugen
  • Leben von Menschen und Tieren im Falle eines Brandes retten
  • Löscharbeiten ermöglichen und so auch enorme Sachschäden verringern.

Man spricht auch von vorbeugendem, also präventivem, Brandschutz und von abwehrendem Brandschutz.

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Was steht in einer Brandschutzordnung?

In einer Brandschutzordnung findest du alle Regeln für das Verhalten im Falle eines Brandes. Diese Brandschutzordnung muss an dein Unternehmen, also beispielsweise für deine Location, angepasst sein. Eine allgemein gültige Vorlage gibt es deshalb nicht. Die Brandschutzordnung muss alle 2 Jahre überprüft werden und stets aktuell sein. Denkt daran, wenn ihr Umbauten an eurer Location vornehmt. Die Brandschutzordnung besteht aus drei Teilen:

  • A: richtet sich an Menschen, die sich in dem Gebäude aufhalten, also auch an deine Besucher
  • B: richtet sich an die Mitarbeiter
  • C: ist für Mitarbeiter mit Brandschutzaufgaben

Besonders wichtig ist für dich der Teil A. Hänge diesen auf bzw. prüfe, ob deine angemietete Location diesen ausgehängt hat. Hier sind die wichtigsten Verhaltensregeln kurz und knapp dargestellt. Auch mit schnell erfassbaren Piktogrammen.

Das gehört auf den Teil A der Brandschutzordnung:

  1. Ruhe bewahren
  2. Brand melden (Notruf 112)
  3. Bringen Sie sich in Sicherheit.
  4. Löschversuch unternehmen.

Darüber hinaus brauchst du einen Flucht- und Rettungsplan nach ISO 23601. Hier eine Beispiel-Vorlage. 

Warum brauchst du einen Brandschutzbeauftragten?

Sie sorgen vor allem dafür, dass Brände gar nicht erst entstehen können. Brandschutzbeauftragte sind also essentiell, wenn es um Brandprävention bei deinen Events geht. Dein Arbeitgeber kann solch einen Brandschutzbeauftragten bestellen. Dieser berät euch dann in allen Fragen rund um Brandschutz. Er erstellt für euch die Brandschutzordnung und aktualisiert diese stetig – für eure Location oder für euer Büro.

Außerdem kontrolliert er alle Brandschutz-Einrichtungen, also zum Beispiel Rauchmelder, Feuerlöscher oder Sprinkleranlagen. Darüber hinaus beseitigt er natürlich die entdeckten Mängel. Ein Brandschutzbeauftragter muss eine Schulung absolvieren und sich stets in diesem Bereich weiterbilden, z. B. bei den oben genannten Anbietern.  

Wie sieht Brandschutz in Versammlungsstätten aus?

Die “Verordnung über den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten”, kurz Versammlungsstättenverordnung, noch kürzer: VStättV regelt den Bau und den Betrieb (das ist für dich wichtig!) von Versammlungsstätten

  • mit Versammlungsräumen, die einzeln mehr als 200 Besucher fassen;
  • mit mehreren Versammlungsräumen, die insgesamt mehr als 200 Besucher fassen, wenn diese gemeinsame Rettungswege haben;
  • im Freien mit Szenenflächen sowie Freisportanlagen jeweils mit Tribünen, die keine fliegenden Bauten sind und insgesamt mehr als 1000 Besucher fassen;
  • Sportstadien, die mehr als 5000 Besucher fassen.

Die Versammlungsstättenverordnung ist wirklich lang. Deshalb wollen wir dir hier gekürzt, einige relevante Auszüge und vorstellen:

§ 19 Feuerlöscheinrichtungen und -anlagen

  • Versammlungsräume sind mit Feuerlöschern in ausreichender Zahl auszustatten. Diese sind gut sichtbar und leicht zugänglich anzubringen.
  • In Räumen mit mehr als 1000 qm Grundfläche müssen Wandhydranten in ausreichender Zahl gut sichtbar und leicht zugänglich an geeigneten Stellen angebracht sein.

§20 Brandmelde- und Alarmierungsanlagen

  • Räume mit mehr als 1000 qm Grundfläche müssen Brandmeldeanlagen mit automatischen und nichtautomatischen Brandmeldern haben. Außerdem müssen sie Alarmierungs- und Lautsprecheranlagen haben, mit denen im Gefahrenfall Anweisungen erteilt werden können.

§ 31 Rettungswege, Flächen für die Feuerwehr

  • Rettungswege sowie Zufahrten, Aufstell- und Bewegungsflächen für Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten müssen ständig frei gehalten werden. Darauf ist dauerhaft und gut sichtbar hinzuweisen.
  • Während des Betriebs müssen alle Türen von Rettungswegen unverschlossen sein.

§ 32 Besucherplätze nach dem Bestuhlungs- und Rettungswegeplan

  • Die Zahl der im Bestuhlungs- und Rettungswegeplan genehmigten Besucherplätze darf nicht überschritten und die genehmigte Anordnung darf nicht geändert werden.
  • Der genehmigte Plans ist in der Nähe des Haupteingangs eines jeden Versammlungsraums gut sichtbar anzubringen.

§ 33 Vorhänge, Ausstattungen, Requisiten und Ausschmückungen

  • Für Vorhänge von Bühnen und Szenenflächen, Ausstattungen, Ausschmückungen  muss mindestens schwerentflammbares Material verwendet werden.
  • Bei Requisiten reicht normalentflammbares Material.
  • Bei Ausschmückungen in Fluren und Treppenräumen muss es nichtbrennbares Material sein.
  • Natürlicher Pflanzenschmuck darf nur so lange in Räumen sein, solange er frisch ist.
  • Brennbares Material muss von Zündquellen, wie Scheinwerfern oder Heizstrahlern, so weit entfernt sein, dass das Material durch diese nicht entzündet werden kann.

§ 35 Rauchen, Verwendung von offenem Feuer und pyrotechnischen Gegenständen

  • Auf Bühnen und Szenenflächen, in Werkstätten und Magazinen ist das Rauchen verboten. Gilt nicht für Darsteller und Mitwirkende auf Bühnen- und Szenenflächen während der Proben oder wenn das Rauchen in der Art der Veranstaltungen begründet ist.
  • Das Verwenden von offenem Feuer, brennbaren Flüssigkeiten und Gasen, pyrotechnischen Gegenständen und anderen explosionsgefährlichen Stoffen verboten. Ausnahmen sind möglich, wenn der Veranstalter die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen im Einzelfall mit der Feuerwehr abgestimmt hat.
  • Die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände muss durch eine nach Sprengstoffrecht geeignete Person überwacht werden.
  • Die Verwendung von Kerzen und ähnlichen Lichtquellen als Tischdekoration ist zulässig. Ebenso die Verwendung von offenem Feuer in dafür vorgesehenen Kücheneinrichtungen zur Zubereitung von Speisen.
  • Auf diese Verbote ist dauerhaft und gut sichtbar hinzuweisen.

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Brauche ich Brandschutz bei Veranstaltungen im Freien?

Ja, natürlich! Im Freien, also bei bei Open Air Veranstaltungen, gilt ebenfalls die schon vorgestellte Versammlungsstättenverordnung. Vor allem dann, wenn du

  • mehr als 1.000 Besucher einlassen kannst
  • Szenenflächen (Bühnen) und Sportanlagen mit Tribünen bei deinem Event hast  
  • keine fliegenden Bauten aufgebaut hast.

Schau dir dazu die zuvor genannten Punkte an und ebenfalls den § 7 der Versammlungsstättenverordnung an. Dieser regelt die Bemessung der Rettungswege. Unter anderem heißt es dort:

  • Die Breite der Rettungswege ist nach der größtmöglichen Personenzahl zu bemessen. Diese Breite muss mindestens 1,20 m betragen.
  • Bei Versammlungsstätten im Freien sowie Sportstadien gilt: 1,20 m je 600 Personen.

Du siehst, es gibt eine ganze Reihe Vorschriften und Regeln in Sachen Brandschutz. Meist ist die Location, also die Versammlungsstätte, darauf ziemlich gut vorbereitet. Dennoch solltest auch du als Eventmanager die Vorschriften kennen, beachten und deren Einhaltung immer wieder erfragen.